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Bündnis-Mitglieder bitten um Spenden

Von Online-Redaktion am

Die Bündnis-Hilfswerke Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, medico international und Misereor rufen zu Spenden für die Nothilfe in Gaza auf.

Nothilfe von Brot für die Welt

Jeder hilft wo er kann - die Arbeit der Brot für die Welt-Partner im Gaza: Die im Gaza ansässige Abteilung für palästinensische Flüchtlinge des Nahöstlichen Kirchenrat (DSPR, NECC, CRW) verteilt Nahrungsmittelpakete und Hygieneartikel an Menschen, deren Häuser zerstört wurden und die im Kloster, der nahegelegenen Moschee oder im Kulturzentrum Zuflucht suchen. Kopfzerbrechen bereitet den Helfenden die immer wieder unterbrochene Stromversorgung und das ausfallende Internet. Mitarbeitende der Organisation beklagen den Verlust von Angehörigen durch die Kampfhandlungen.

Auch die  Partnerorganisation Theatre Day Productions (TDP) tut alles, um die Hilfesuchenden zu unterstützen. So verteilen Mitarbeitende Matratzen, die sonst den Zuschauern der Theateraufführungen als Sitzflächen dienen, an Schulen, in denen Schlafstätten eingerichtet wurden.

Die Partnerorganisation PARC (Palestinian Agricultural Relief Committees) konzentriert sich derzeit auf Nothilfe und beschreibt, dass es an allem fehle, um das tägliche Überleben zu sichern: Wasser und Nahrung, medizinische Hilfe und Kleidung. PARC fordert ein internationales Zeichen der Solidarität und sofortige internationale Hilfe. Nach Angaben von PARC sind zahlreiche Wasser- und Sanitäranlagen  und mehr als 100 Schulen direkt oder indirekt zerstört.

Nothilfe der Christoffel-Blindenmission

Unter den Opfern, die alles verloren haben, gibt es ganz besonders verletzliche: Behinderte und alte Menschen, Schwangere und stillende oder alleinerziehende Mütter, traumatisierte Kinder und solche, die bereits Anzeichen von Unterernährung zeigen. Das Bündnis-Mitglied Christoffel-Blindenmission (CBM) engagiert sich genau für diese.

CBM unterstützt die "Dan Church Aid" (DCA) dabei, Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln an die Bevölkerung zu verteilen. Dazu gehören vor allem auch Familien mit behinderten Angehörigen. DCA arbeitet Hand in Hand mit der "Jaballa Rehabilitation Society" und "Atfaluna" – einer CBM-Partnerorganisation, um gezielt Menschen mit Behinderungen zu finden und sicherzustellen, dass auch sie Zugang zu Hilfsmaßnahmen erhalten.

Bis zum 03. August hat DCA fast 1.400 Familien mit insgesamt über 8.000 Menschen erreicht. Und sie bemühen sich weiterhin noch mehr Familien mit behinderten Angehörigen zu erreichen.


Der CBM-Partner „The Bethlehem Arab Society for Rehabilitation” (BASR) aus der West-Bank versucht in Koordination mit dem Gesundheitsministerium, schwerverletzte Menschen aus dem Gaza-Streifen zur medizinischen Versorgung und Rehabilitation zu erreichen. Die Überführung der Patienten ist immer wieder von der Öffnung der Grenzübergänge zur Evakuierung abhängig. CBM bereitet mit BASR die nötigen Materialien und Medikamente zur Behandlung und Nachsorge vor. Zur Zeit werden durch Granatsplitter schwerverletzte Palästinenser medizinisch versorgt. Diese warten auf  Operationen  und  rehabilitative Versorgung.

"Menschen mit Behinderungen werden in Katastrophensituation oft schlicht und ergreifend vergessen und haben keinen Zugang zu Hilfsmaßnahmen", sagt Rainer Brockhaus Geschäftsführer der Christoffel Blindenmission. "Daher setzt sich die CBM in Krisensituation, wie aktuell in der Gaza-Region, besonders für diese Menschen ein. Und das mit engagierten Partnern vor Ort, deren Mitglieder ihr eigenes Leben riskieren, um denen zu helfen, die es am nötigsten haben."

Nothilfe von medico international

Vor Ort laufen die Hilfsmaßnahmen mit den Partnerorganisationen rund um die Uhr. Angesichts der bespiellosen Zerstörung ziviler Infrastruktur und Wohngebäude verteilt der medico international-Partner "Culture and Free Thought Association", eine gemeindeorientierte Frauenorganisation, Kleidung, Hygienepakete, Windeln, Matratzen aber auch Nahrungsmittel und Trinkwasser an obdachlos gewordene Menschen, die sich in Khan Younis im Süden des Gazastreifens aufhalten.

Die Partner vom Menschenrechtszentrum "Al Mezan" in Gaza Stadt dokumentieren die massiven Zerstörungen ziviler Infrastruktur und den Tod Hunderter von Menschen, damit Zivilisten Schadensersatz einklagen können. Die Dokumentation soll zudem als Grundlage dienen für die künftige internationale Untersuchungskommission, die sich mit Verstößen gegen Völker- und Menschenrecht befassen soll, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. "Al Mezan" und die "Ärzte für Menschenrechte – Israel" planen hierzu in einer selten gewordenen israelisch-palästinensischen Kooperation auch eine vorbereitende Fact-Finding-Mission.

Der israelische medico-Partner "Ärzte für Menschenrechte – Israel" schickt Medikamente in den Gazastreifen. Dabei geht es einerseits um Nothilfemedikamente zur Behandlung der Verletzten, andererseits muss der Bedarf von chronisch Kranken und anderen Patienten gedeckt werden. Diese sind teilweise seit Wochen ohne Medikamente, was in vielen Fällen tödliche Folgen haben kann. Angesichts eines überforderten Gesundheitssystems planen die „Ärzte für Menschenrechte – Israel“ zudem, eine Ärzte-Delegation nach Gaza zu schicken, sobald die Sicherheitslage dies erlaubt. Diese sollen Operationen in den Bereichen Chirurgie oder Orthopädie durchführen und auch dabei helfen, den Bedarf zu ermitteln. Auch ein Psychiater wird dabei sein, um traumatisierte Menschen zu behandeln. Damit wollen die israelischen Ärzte ein Zeichen der Solidarität setzen und zeigen, dass sich weiterhin Teile der israelischen Gesellschaft der Logik der Eskalation und Vergeltung widersetzen und für einen gerechten Frieden einstehen.

Der medico-Partner "Palestinian Medical Relief Society" versorgt – unter großem Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise bis zur Erschöpfung und unter erschwerten Bedingungen arbeiten –  Verletzte, die nach Operationen wegen der Überbelegung der Intensivstationen in den Krankenhäusern des Gazastreifens vorzeitig entlassen werden müssen und kümmert sich zugleich um etwa 30.000 Binnenvertriebene durch mobile Kliniken

Nothilfe von misereor

Auch der misereor-Partner "Pontifical Mission for Palestine", der angesichts der Not Schwerverletzte mit Medikamenten versorgt und verstärkt psychosoziale Betreuung für traumatisierte Kinder anbietet, beschreibt in einem offenen Brief, dass die Menschen in Gaza schlicht nicht mehr wissen, wo sie hingehen sollen. 65.000 Menschen haben keine Bleibe mehr, ihre Häuser sind zerstört; Arbeitsstellen, Moscheen und Boote der Fischer ebenfalls. Sami El-Yousef, Regional Director Palästina und Israel, betont, wie wichtig die langfristige Unterstützung der Opfer sei: "Was ich gerade in zwei Krankenhäusern gesehen habe, ist unvorstellbar. Mit welchen Problemen die Betroffenen zu kämpfen haben – für den Rest ihres Lebens." Laut UN-OCHA bräuchten allein rund 370.000 Kinder psychologische Betreuung.

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