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3. IPCC-Teilbericht schafft Klarheit zu den Verantwortlichkeiten

Von Sabine Minninger am
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Sabine Minninger Referentin Klimapolitik
Telefon: +49 (0) 30 65211-1817 sabine.minninger@brot-fuer-die-welt.de
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Nach einer Woche geht heute der Abstimmungsprozess zum 3. Teil des 5. Sachstandsberichts des IPCC zu Ende.

Der erste Teilbericht verdeutlicht, dass der Klimawandel menschgemacht ist, der zweite Teilbericht zeigt die Auswirkungen des Klimawandels auf. Der Klimawandel trifft jeden, aber besonders betroffen sind die ärmsten Menschen, die sich am wenigsten vor den Auswirkungen schützen können.

Der dritte Teilbericht beschäftigt sich mit den Lösungen. Der Bericht belegt, dass es nicht zu spät ist, den gefährlichen Klimawandel einzudämmen. Es ist immer noch möglich, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu halten. Aber das zeitliche Fenster zum Handeln, schließt sich – es besteht akuter Handlungsbedarf. Eine fundamentale Transformation unserer globalen Energiesysteme ist dringend notwendig und Investitionen in fossile Brennstoffe sind einzustellen und müssen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen.

Der Bericht sagt auch aus, dass eine globale Energiewende auch ökonomisch sinnvoll ist. Abgesehen von Wachstumsraten und Wohlstandsdaten, die auch ausgewertet sind, belegt der Bericht auch viele weitere positive Effekte einer nachhaltigen Energieversorgung wie bessere Luftqualität, Gesundheitsschutz und eine sichere Energieversorgung. 

Der 3. Teilbericht gibt eine klare Entscheidungshilfe für die politischen Entscheidungsträger, die Ende 2015 in Paris ein globales Klimaabkommen vereinbaren wollen, wer wieviel Anstregungen zum Klimaschutz unternehmen müsste. So geht aus dem Bericht auch raus, dass nur durch global abgestimmte enge Kooperation, der Klimawandel eingedämmt werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse Eingang in den klimapolitischen UNFCCC-Prozess finden.

Unten die gemeinsame Pressemitteilung von Brot für die Welt zusammen mit Germanwatch und Brot für die Welt in der deutschen und internationalen Presse:

www.tagesschau.de/inland/klimabericht112.html

www.tagesschau.de/sendung/letzte-sendung/index.html

www.welt.de/politik/deutschland/article126892834/Greenpeace-sieht-die-Welt-vor-historischer-Wende.html

www.smh.com.au/environment/climate-change/un-calls-for-drastic-action-to-stop-climate-change-20140413-36lbc.html

nyhederne.tv2.dk/udland/2014-04-13-ngo-grupper-klimarapport-viser-fordele-ikke-ulemper


Weltklimabericht macht Mut zum entschiedenen Handeln

IPCC-Bericht zeigt, wie wichtig zügiger Abschluss eines globalen Klimaabkommens ist

Berlin/Bonn (13. April 2014). Als ermutigendes Startsignal zum entschiedenen Handeln bezeichnen Germanwatch und Brot für die Welt den am Sonntag erschienenen dritten Teil des 5. Weltklimaberichts (IPCC-AR5-Report). "Die Wissenschaft hat umfassend dargelegt, dass die Mittel und Möglichkeiten vorhanden sind, die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen", sagt Sabine Minninger, Klimareferentin bei Brot für die Welt. Lutz Weischer, Teamleiter Internationale Klimapolitik bei Germanwatch, ergänzt: "Der IPCC-Bericht unterstreicht, dass gute Chancen zum Einhalten des Zwei-Grad-Limits nur bestehen, wenn in den kommenden Jahren mit dem Umsteuern ernst gemacht wird. Die Rahmenbedingungen dafür müssen die Regierungen bis zum Weltklimagipfel in Paris Ende nächsten Jahres schaffen." 

Dies sei zum einen notwendig, um einen gefährlichen Klimawandel mit unkalkulierbaren Risiken zu verhindern. Zum anderen sei es aber auch ökonomisch geboten, da jede Verzögerung den Klimaschutz teurer mache. Zudem lege der Bericht dar, dass Energiesicherheit und verbesserte Luftqualität mit erneuerbaren Energien erheblich kostengünstiger zu erreichen seien als beim Festhalten an fossiler Energieerzeugung.

"Der IPCC-Bericht zeigt, dass Klimaschutz nicht nur viele Risiken entschärft, sondern auch große wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt", so Lutz Weischer. "Erneuerbare Energien werden immer kostengünstiger und leistungsfähiger. Gleichzeitig dürfen die bekannten Vorkommen fossiler Brennstoffe nicht mehr verbrannt werden, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Die klare Botschaft an die Finanz- und Energiebranche lautet also: Wer weiterhin in fossile Industrien investiert, geht hohe Risiken ein. Dieses Geschäftsmodell steht zunehmend auf dem Prüfstand."  

Sabine Minninger fügt an: „Der Bericht belegt, dass ein fundamentaler Wechsel der Energiesysteme notwendig ist. Die Entwicklungsländer müssen von den Industrieländern dabei unterstützt werden, einen kohlenstoffarmen Entwicklungspfad einzuschlagen und die Nutzung von erneuerbaren Energien auszubauen. Die Finanzierung von Kohlekraftwerken durch die deutsche staatliche KfW-Bank im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit wirkt dagegen kontraproduktiv. Die Signale aus der deutschen Politik für einen Ausstieg der KfW aus der Kohleförderung sind vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Berichts ein überfälliges Zeichen für eine glaubwürdige Klimapolitik.“

Bildquelle: IISD - www.iisd.ca/climate/ipcc39/10apr.html

 

 

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