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Wer einkauft, hat auch Verantwortung

Verantwortung übernehmen – das ist ein Appell von Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel an die Gäste des Kirchentags. Auf dem „Roten Sofa“ der evangelischen Zeitungen ermutigte die Präsidentin von Brot für die Welt, bewusster zu konsumieren und den eigenen Wohlstand nicht auf Kosten von Menschen in anderen Teilen der Welt zu mehren: „Es liegt in unserer Hand. Wir könnten dieses Land verändern. Mithilfe dieser Marktmacht lassen sich die massiv ungerechten Handelsbedingungen vor allem mit den Staaten im Süden überwinden.“

 

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Ehemalige Mitarbeitende
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Verantwortung übernehmen – das ist ein Appell von Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel an die Gäste des Kirchentags. Auf dem „Roten Sofa“ der evangelischen Zeitungen ermutigte die Präsidentin von Brot für die Welt, bewusster zu konsumieren und den eigenen Wohlstand nicht auf Kosten von Menschen in anderen Teilen der Welt zu mehren: „Es liegt in unserer Hand. Wir könnten dieses Land verändern. Mithilfe dieser Marktmacht lassen sich die massiv ungerechten Handelsbedingungen vor allem mit den Staaten im Süden überwinden.“

Beim Einkauf bewusst entscheiden

Im Gespräch mit Gerd-Matthias Hoeffchen, dem stellvertretendem Chefredakteur von „Unsere Kirche“ (Bielefeld), machte die Theologin auf riesige Unterschiede aufmerksam: Während es in Deutschland „Überfülle“ und einen „übermäßigen Wohlstand“ gibt, fehlt es anderen Menschen an allem, was für das Überleben nötig ist. Füllkrug-Weitzel: „Unser ökologischer Fußabdruck ist viel zu groß.“ Man müsse sich stets bewusst machen, dass jeder Verbrauch von Rohstoffen seinen Preis hat: „Wenn wir im Übermaß konsumieren, raubt das anderen Menschen im Süden womöglich die Chance zum Überleben.“ Sie forderte bewusste Kaufentscheidungen: „Dann müssen wir uns beim nächsten Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch nicht mehr fragen, was das mit uns zu tun hat.“

Spenden für ein Leben in Würde

Natürlich seien auch Spenden nach wie vor wichtig, um Perspektiven zu schaffen: „Spenden machen immer Sinn. Sie helfen Menschen aus der Ohnmacht hinaus, sie können ihre eigenen Schritte gehen und ihr Leben selbst verbessern, etwa indem sie ein Einkommen schaffen, von dem sie leben können.“

"Ich habe eine gewisse Power"

Etwa 200 Menschen nutzen auf dem Kirchentag die Chance, die Frau an der Spitze der evangelischen Werke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe auch persönlich näher kennen zu lernen. Auf die Frage, woher sie ihre Kraft nehme, um sich für andere Menschen einzusetzen, sagte die ordinierte Pfarrerin: „Die hat mir der liebe Gott in die Wiege gelegt. Ich habe eine gewisse Power, für die ich nichts kann und die ich als Geschenk Gottes entgegennehme.“ Füllkrug-Weitzel beschrieb prägende Stationen ihres Lebens, darunter das Engagement als 16-jährige Schülerin in der Obdachlosenarbeit, das Theologiestudium,  das Studium der Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkten Völkerrecht und Internationale Beziehungen, der Aufbau des EKD-Menschenrechtsreferats und die Zeit als Assistentin von Helmut Gollwitzer.

Glaube wichtige für tägliche Arbeit

Ihr Glaube spiele eine zentrale Rolle in ihrem Leben, sagte Füllkrug-Weitzel: „Mein Glaube ist für mich mein Hoffnungshorizont. Sonst könnte man nicht – wie Brot für die Welt – jeden Tag für Menschen eintreten, von denen man weiß, dass ihre Situation nach menschlichem Ermessen reichlich aussichtslos ist.“ Glaube würde hier den Horizont erweitern.

 

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