Blog-Beitrag

Vasudha Foundation - "Ray of Hope"

Von Ehemalige Mitarbeitende am
Bild von Ehemalige Mitarbeitende
Ehemalige Mitarbeitende
mehr zur Person

Die erste Woche der 19. Weltklimakonferenz geht dem Ende entgegen. Emotional höchst bewegend durch die tränenreiche Eröffnungsrede des philippinischen Verhandlungsführers begonnen, durch solidarisches Fasten begleitet, schockierten Länder wie Australien und Japan mit der Bekanntgabe ihrer neuen herabgesetzten Emissionsreduktionsziele. Und dennoch, die Dinge sind nun vorbereitet für die zweite Woche, eine Woche der Weichenstellung auf dem Weg zur COP20 in Lima und zur COP21 in Paris. Optimismus fühlt sich anders an!

Daher möchte ich nachfolgend, angelehnt an die Tradition des Climate Action Networks (CAN), dass den "Fossil of the Day" und den "Ray of Hope-Award" an besonders klimagefährdende und unkooperative bzw. positiv hervortretende Initiativen oder Projekte verleiht, meinen ganz persönlichen Ray of Hope vorstellen.

Die Vasudha Foundation (Vasudha - übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet Erde) aus Indien ist eine der wenigen Nichtregierungsorganisationen, die sich in Indien mit dem Themenfeld Flugverkehr und Tourismus sowie seinen Auswirkungen auf das Klima beschäftigt und dazu aktive Lobby- und Advocacyarbeit durchführt. Neben dem Themenkomplex Flugverkehr, Flugtreibstoff (bunker fuels) und Klimagerechtigkeit im Tourismus, beschäftigt sich die Organisation auch mit nachhaltiger Energieversorgung und Klimafinanzierung.

Was ist so besonders daran? Dazu sollte erwähnt sein, dass Indien bei den Klimaverhandlungen und bei den Diskussionen um ein tragfähiges Europäisches Emissionshandelssystem (EU ETS) eine sehr radikale Position im Block der Entwicklungs- und Schwellenländer einnimmt.

Dazu einige Erklärungen: Seit die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) mit dem Kyoto-Protokoll vor Jahren von der Staatengemeinschaft beauftragt wurde einen wirksamen international geltenden Emissionsreduktionsmechanismus für Flugemissionen zu schaffen, wartet man vergebens.

Als daraufhin der Europäischen Union (EU) das Warten zu lang wurde und sie mit Wirkung vom 1. Januar 2012 die Emissionen aus dem Flugverkehr nach und von der EU in das EU ETS integrierte und damit erstmals Emissionen aus dem internationalen Flugverkehr adressierte, protestierten Indien die USA, China sowie Russland massiv. Sie vertreten seither hartnäckig den Standpunkt, den Flugverkehr von Emissionskontrollmaßnahmen auszunehmen. Er gefährde insbesondere die ökonomische Entwicklung der Länder und habe letztlich negative Auswirkungen auf Indiens Tourismusentwicklung.

Die Vasudha Foundation ist da anderer Meinung. Dieses Jahr hat sie in Sachen Flugverkehr nicht allzu viel auf den Weltklimaverhandlungen zu tun. Sie konzentriert sich auf Klimafinanzierung. Jedoch will sie in Lima aktiv sein. Bis dahin wird sie ein Papier erarbeitet haben, was die für Indien adäquaten Emissionsreduktionsmaßnahmen zusammenstellt. Vorher wird die Vasudha Foundation die aus ihrer Sicht zwar nicht sehr wirksamen nicht Marktbasierten Mechanismen (nicht MBM = z.B. Energieeffizienz, neue Flugzeugtechnologien) zusammenstellen, wird ebenfalls die Marktbasierten Maßnahmen (MBM = Emissionshandel) listen, um damit das für Indien zielführenden Maßnamenbündel herauszuarbeiten. Dies soll dann in Lima auf der COP20, den nächsten Weltklimaverhandlungen, präsentiert und lobbyiert werden.

Es bleibt der Vasudha Foundation nur Erfolg zu wünschen.

 

 

Helfen Sie mit einer monatlichen Spende: Fördermitglied werden