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Umsatzrekord: Fairtrade-Verkäufe steigen auf über 500 Millionen Euro

Im vergangenen Jahr kauften in Deutschland Verbraucherinnen und Verbraucher Fairtrade-gesiegelte Waren im Wert von 533 Millionen Euro - ein Plus von 33 Prozent. Diese Zahlen präsentierte TransFair heute auf der Bundespressekonferenz in Bonn. Der Verein erhielt in der vorherigen Woche den Oswald-von-Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier 2013, der an Organisationen und Personen vergeben wird, welche die christlichen Grundprinzipien Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität in vorbildlicher Weise umsetzen. „Für TransFair und alle Akteure im Fairen Handel bedeutet der Preis einen Ansporn, um auf Bewährtem aufzubauen und den anstehenden Herausforderungen mutig und mit Bedacht zu begegnen“, sagte Heinz Fuchs, TransFair-Vorstandsvorsitzender und Leiter des Wirtschaft und Umwelt-Referates von Brot für die Welt.

 

Von Online-Redaktion am

Im vergangenen Jahr kauften in Deutschland Verbraucherinnen und Verbraucher Fairtrade-gesiegelte Waren im Wert von 533 Millionen Euro - ein Plus von 33 Prozent. Diese Zahlen präsentierte der Kölner Verein TransFair heute auf der Bundespressekonferenz in Bonn. Besonders stark entwickelten sich fair gehandelte Blumen, Bananen und Kaffee. „Seit dem letzten Jahr sind Fairtrade-Produkte flächendeckend im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich“, so TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Großes Engagement zeigte der Handel mit dem Ausbau von Fairtrade-gesiegelten Eigenmarken, die inzwischen über 60 Prozent ausmachen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte TransFair-Vorstand Volkmar Lübke, „denn erst durch relevante Absätze können die Produzentenorganisationen umfangreich vom Fairen Handel, den Mindestpreisen und Prämien profitieren.“ Am 22. April startet die bundesweite Kampagne „Fairtrade-Frühstück“.

Deutschland ist Fairtrade-Rosenweltmeister

Fairtrade-Rosen sind in Deutschland ein Best-Seller: Über 250 Millionen Stiele wurden 2012 verkauft, ein Marktanteil von knapp 20 Prozent. Auch das Fairtrade-Traditionsprodukt Kaffee entwickelt sich positiv und erreicht mit einem Absatz von 9.322 Tonnen einen Marktanteil von 2,3 Prozent. Einen neuen Absatzrekord erzielten Bananen: Über 21.000 Tonnen kauften Verbraucher in Deutschland, 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Marktanteil von 3,5 Prozent. Bei Bio-Bananen liegt er ungleich höher: Jede dritte Bio-Banane trägt das Fairtrade-Siegel. Ein herausragendes Wachstum erzielte überdies Eiscreme mit einem Plus von 214 Prozent. „Durch den Einstieg von Aldi Nord und Süd und der Drogeriemarkt-Kette dm hat Deutschland endlich keine Fairtrade-freie Zone mehr. Jetzt gilt es, die Sortimente weiter auszubauen und mehr Markenartikler ins Boot zu holen, insbesondere im Süßwarenbereich“, erklärte Overath. Wermutstropfen ist der Rückgang bei Schokolade. „Uns fehlt nach wie vor das Engagement der großen Schokoladenhersteller. Kakaobauern können ihre Ernte oft nur zu einem kleinen Teil unter Fairtrade-Bedingungen absetzen“, sagte Overath. „Wir arbeiten international daher an neuen zusätzlichen Modellen zur Rohstoff-Zertifizierung, um Fairtrade-Kakao-Verkäufe zu steigern.“ Insgesamt erwirtschafteten Produzentenorganisationen 92 Millionen Euro Direkteinnahmen durch Verkäufe in Deutschland.

Wirkung durch relevante Absatzmengen

„Fairtrade führt sowohl zu höheren und stabileren Einkommen für die Kooperativen und Beschäftigten auf Plantagen, als auch zu positiven Wirkungen für die jeweiligen Regionen“, so Volkmar Lübke. Dies bestätigt die aufwändige sektor-und kontinentübergreifende Studie des Centrums für Evaluation (CEval) in Saarbrücken. „Fairtrade fördert auch die gesellschaftliche Partizipation und stabile Beteiligungsstrukturen, die vorteilhaft in das Gemeinwesen hinein wirken und Selbstbestimmung und politische Verantwortung stärken.“ Bei Fairtrade halten die Produzentenorganisationen über die kontinentalen Netzwerke in allen Entscheidungsgremien 50 Prozent der Stimmen und gestalten Fairtrade daher aktiv und selbstbestimmt in ihrem Sinne mit. Damit Fairtrade seine Wirkung entfalten kann, sind allerdings relevante Absatzmengen nötig. Nach wie vor verkaufen Kooperativen und Plantagen aber oft weniger als 40 Prozent ihrer Ernte unter Fairtrade-Bedingungen.

Bekannt im ganzen Land: 80 Prozent kennen das Fairtrade-Siegel

Die Bekanntheit des Fairtrade-Siegels steigt weiter: Laut aktueller Ergebnisse einer GlobeScan-Studie geben 80 Prozent der Befragten an, das Siegel zu kennen, 67 Prozent geben an, mit dem Fairtrade-Gedanken vertraut zu sein.

Rückblick Jubiläumsjahr 2012: 20 Jahre TransFair

Auch die umfangreichen Jubiläumsaktivitäten haben zur steigenden Bekanntheit beigetragen. Unter dem  Motto „Jedes Produkt hat ein Gesicht“ zeigten engagierte Menschen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft ihre Unterstützung für nachhaltiges Wirtschaften und verantwortlichen Konsum.  Das Jubiläumsjahr rückte jeden Monat ein anderes Produkt, eine neue Produzentengeschichte und ein öffentliches Event in den Mittelpunkt. Mittlerweile gibt es bundesweit 150 Fairtrade-Städte, die Kampagne Fairtrade-School ist gestartet und der FABI – der fairste Azubi im Handel  - geht in seine 2. Runde. Die FABI-Auszeichnung 2012 erhielten die „Fair-Traders“ von Penny, gefolgt von den „Rewe Fairbesserern“.

TransFair erhielt den Oswald-von-Nell-Breuning-Preis

Nicht nur bekannt, sondern auch ausgezeichnet: TransFair erhielt in der vorherigen Woche den Oswald-von-Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier 2013, der an Organisationen und Personen vergeben wird, welche die christlichen Grundprinzipien Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität in vorbildlicher Weise umsetzen. „Für TransFair und alle Akteure im Fairen Handel bedeutet der Preis einen Ansporn, um auf Bewährtem aufzubauen und den anstehenden Herausforderungen mutig und mit Bedacht zu begegnen“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs. Mit der Auszeichnung findet sich TransFair in prominenter Gesellschaft wie dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem ehemaligen Bundesminister Norbert Blüm.

Deutschland startet den Tag mit Fairtrade – Start der Frühstückskampagne

„Starte den Tag mit Fairtrade!“ heißt es vom 22. April bis 5. Mai. TransFair ruft mit der Kampagne „Fairtrade-Frühstück“ dazu auf, mit einem Frühstück auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen. Ob privat im Garten, ganz offiziell auf dem Marktplatz, im Rathaus oder in Kantinen und Mensen – Frühstücks-Kreativität ist gefragt. Fernsehkoch Ralf Zacherl unterstützt die Kampagne. Gut 45.000 Teilnehmer haben ihre Frühstücke bereits unter www.fairtrade-deutschland.de/frühstück angemeldet.

Ausblick

Anfang 2013 akzeptierte TransFair die internationalen Richtlinien für Kosmetik mit Fairtrade-Zutaten, so dass demnächst Fairtrade-Kosmetikartikel auch in Deutschland eingeführt werden können. Im Plantagenstandard werden die Rechte der Beschäftigten gestärkt. Ganz neu wird ein Klimastandard entwickelt,  um nachhaltigen Anbau zu fördern und neue Einkommensmöglichkeiten für die Produzenten zu öffnen. Es gilt, dem Nachbarland Schweiz nachzueifern, wo 41 Euro pro Kopf und Jahr für Fairtrade-Produkte ausgegeben werden. „Unser Ziel ist es, den Pro-Kopf-Verbrauch in diesem Jahr um 20 Prozent zu erhöhen“, so Overath. 2012 gaben deutsche Verbraucher je sechs Euro für Fairtrade-Waren aus.

 

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