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Neue Wege der Malariabekämpfung im Senegal: Es geht ohne DDT

Von Mareike Haase am
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Mareike Haase Referentin Internationale Gesundheitspolitik
Telefon: +49 (0) 30 65211-1814 mareike.haase@brot-fuer-die-welt.de
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Malaria-Bekämpfung kann deutlich verbessert werden, wenn betroffene Menschen mehr Informationen und Unterstützung zur Selbsthilfe  erhalten. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse eines Malaria-Pilotprojektes des langjährigen Projektpartners von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN) im Senegal.

Das klassische Maßnahmenpaket, die Nutzung von Insektizid-behandelten Bettnetzen, das Besprühen von Wohnräumen mit Insektiziden und die schnelle Behandlung von Erkrankten, droht wirkungslos zu werden. Die Erreger und die Überträger-Mücken werden zunehmend resistent gegen die verwendeten Insektizide und Medikamente und es wird erwartet, dass bald weniger Geld für die Programme zur Verfügung steht. Zudem wird häufig noch der persistente Schadstoff DDT eingesetzt. Das PAN Pilotprojekt zielt mit der Mobilisierung der Bevölkerung und Umwelt-Management-Maßnahmen auf die lokalen Ursachen der Malaria ab.

In einem Pilotprojekt im Senegal, das im Februar 2013 abgeschlossen wurde, haben PAN Afrika und PAN Germany gemeinsam mit Partnern in der Projektregion erfolgreich neue Wege der Malariabekämpfung erprobt. Die Menschen vor Ort erhielten gezielte Informationen über die Ursachen der Krankheit  und waren so in der Lage, die Anzahl der potentiellen Moskito-Brutstätten und damit den Infektionsdruck in Selbsthilfe zu verringern.

PAN erstellte und vermittelte  konkret angepasstes Informationsmaterial, führte Trainings durch und übernahm die Produktion von Radio-Programmen – damit erhielt die betroffene Bevölkerung erstmals wirklich Zugang zu Informationen über die Ursachen der Malaria. Sie erfuhren, dass sie selbst erheblich mehr dazu beitragen können, das Problem an der Wurzel zu packen, als bis dahin geschehen. Den Menschen im Projektgebiet war vor dem Pilotprojekt zum Beispiel nicht bewusst, dass sogar kleine Wasserstellen jenen Mücken, die Malaria übertragen, als Brutstätte dienen können: etwa Müll, in dem sich Wasser ansammelt, kleine überwachsene Gräben, Abwasserpfützen, offene Toiletten oder offene Wassertonnen. Ihnen war auch nicht bewusst, dass Schweißgeruch und im oder am Haus gelagerte Lebensmittelreste oder Abfälle die Mücken anlocken.

Im Vordergrund des Projektes standen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen der Überträger-Mücken zu verschlechtern und die durch die ländliche Bevölkerung selbst umgesetzt werden können. PAN kämpft durch Maßnahmen wie diese erfolgreich gegen Malaria und andere Krankheiten und setzt sich so für das Erreichen der Milleniumentwicklungsziele ein.