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COP 19 startet mit Hungerstreik

Von Sabine Minninger am
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Sabine Minninger Referentin Klimapolitik
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Die 19. Weltklimaverhandlungen (COP 19) in Polen starten traurig mit viel Tränen im Nachzug der Katastrophe, die der Super-Sturm „Haiyan“ in den Philippinen hinterlassen hat. Der Verhandlungsführer der Philippinen hat in einer ergreifenden und anklagenden Rede die polnische COP-Präsidentschaft aufgerufen, den Klimawahnsinn zu beenden. Über 10.000 Menschen seien gestorben und viele müssen hungern und können nicht medizinisch versorgt werden. Wer wagt, den Klimawandel zu verleugnen, solle sich aus seinem bequemen Sessel heben und auf die Philippinen reisen. Das Leid sei Kolossal auf den Philippinen und es braue sich bereits die nächste Katastrophe über dem Pazifik zusammen. Während die Staatengemeinschaft keine wirklichen Anstrengungen unternehme, die globalen Treibhausgase zu reduzieren, sind die Menschen auf den Philippinen schutzlos klimabedingten Katastrophen ausgeliefert.

Er werde jetzt in einen Hungerstreik treten, bis in Warschau Ambitionen zur CO2-Einsparung gezeigt und Mittel für die Klimafinanzierung auf den Verhandlungstisch gelegt werden sowie ein für seine Bevölkerung überlebenswichtiger internationaler Mechanismus vereinbart wird, der klimabedingte Schäden und Verluste behandelt.

An der Rede des philippinischen Verhandlungsführers wird deutlich, dass die ergebnislosen Larifari-Verhandlungen nicht weiter von den verzweifelten kleinen Inselstaaten und ärmsten Ländern hingenommen werden.

Die COP 19 wird als Übergangs-COP zu dem globalen Klimaabkommen, das 2015 bei der COP 21 in Paris erst vereinbart wird, keine großen Ergebnisse liefern. Und dennoch handelt es sich bei dieser COP um eine besondere COP im Spannungsfeld zwischen Gastgeber Polen und der klimabedingten Katastrophe in den Philippinen.

Polen ist das Land in der EU, welches erfolgreich ambitioniertere EU-Klimaziele blockiert und sich von der starken Abhängigkeit von Steinkohle in der NGO-Szene den Namen „Coalland“ und „Kohlen-Polen“ eingeheimst hat. Im Vorfeld ist der Gastgeber als unverschämt provozierend aufgefallen, da er parallel zum Weltklimagipfel einen Kohlegipfel ausrichtet. Wie Polen nun mit dieser hochsensiblen Situation der Philippinen umgehen wird, ist fraglich. Während tausende Delegations-und NGO-VertreterInnen mit dem Verhandlungsführer der Philippinen in Tränen ausgebrochen sind, wurde der polnische COP-Präsident recht weiß um die Nase. Spätestens jetzt muss klar sein, dass Warschau die geforderten Ergebnisse liefern muss.

Ohne einen vereinbarten internationalen Mechanismus, der den Entwicklungsländern helfen soll, klimabedingte Schäden und Verluste zu bewältigen, darf diese COP hier nicht zu Ende gehen.

 

 

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