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Ägypten: Projektpartner von Brot für die Welt angegriffen

In Ägypten haben Unbekannte Einrichtungen des Brot für die Welt-Projektpartners Coptic Evangelical Organisation for Social Services (CEOSS) angegriffen. Mindestens zwei Mitarbeiter wurden laut Angaben von CEOSS verletzt. Bei einem Brandanschlag in Mittelägypten setzten die Täter am Mittwochvormittag ein Trainingszentrum in Brand. Ebenfalls am Mittwoch wurde ein Büro von CEOSS in Mittelägypten angegriffen, meldet die Organisation.

 

 

Von Online-Redaktion am

In Ägypten haben Unbekannte Einrichtungen des Brot für die Welt-Projektpartners Coptic Evangelical Organisation for Social Services (CEOSS) angegriffen. Mindestens zwei Mitarbeiter wurden laut Angaben von CEOSS verletzt. Bei einem Brandanschlag in Mittelägypten setzten die Täter am Mittwochvormittag ein Trainingszentrum in Brand. Ebenfalls am Mittwoch wurde ein Büro von CEOSS in Mittelägypten angegriffen, meldet die Organisation.

Bei dem Brandanschlag erlitten zwei Mitarbeiter Verletzungen, teilte CEOSS mit. Die Täter hatten am späten Mittwochvormittag das Trainingszentrum in Brand gesetzt. Es befand sich auf einem historischen Hausboot im mittelägyptischen Al Minia auf dem Nil. Christliche und nicht-christliche Organisationen nutzten das Boot als Versammlungsort. Es galt als Treffpunkt für alle Bewohner der Stadt. Über den Angriff auf das CEOSS-Büro im mittelägyptischen Nor-Minia liegen noch keine Informationen, etwa zu möglichen Verletzten oder Schäden, vor.

Furcht vor weiterer Eskalation

CEOSS teilte mit, dass die Mitarbeitenden des Zentrums in Al Minia geschockt seien. Sie halten es für möglich, dass die Gewalt in den nächsten Tagen eskaliert. Andrea Zaki, Leiter von CEOSS, sagte: „Wir werden uns weiter für eine friedliche Koexistenz zwischen Christen und Muslimen einsetzen und die demokratischen Kräfte des Landes stärken.“ Zaki berichtete von Solidaritätsbekundungen muslimischer Freunde und Unterstützer der Einrichtung. 

Evangelische Kirche in Deutschland erklärt sich solidarisch

Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, äußerte sich nach einem Gespräch mit Zaki besorgt über die aktuellen Entwicklungen in Kairo und Ägypten: " Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir von den jüngsten Ereignissen in Ägypten gehört. Der Verlust zahlreicher Menschenleben erfüllt uns mit großer Sorge. Unter den Opfern der Gewalt sind auch viele Christinnen und Christen. Zudem wurden christliche Einrichtungen und Kirchen in Brand gesetzt und zerstört. Unsere Solidarität gilt denen, die Angehörige verloren haben, und Opfer von Gewalt und Willkür geworden sind."

Die EKD werde auch weiterhin alle Kräfte unterstützen, die sich für eine friedliche und demokratische Zukunft Ägyptens einsetzen, so Schindehütte weiter. "Die EKD ist fest davon überzeugt, dass diese Zukunft durch die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen und die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an der politischen Entwicklung des Landes gefördert wird. Sie vertraut darauf, dass die existierende gute Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen in vielfältigen Projekten und Initiativen in weiten Teilen des Landes zum Wohle der ägyptischen Gesellschaft beiträgt und dabei hilft, eine weitere Polarisierung und Zuspitzung der gegenwärtigen Lage zu vermeiden."

CEOSS ist eine der größten Entwicklungsorganisationen in Ägypten. Sie arbeitet seit 20 Jahren mit Brot für die Welt zusammen. Die Organisation bekämpft Armut und setzt sich dafür ein, dass alle Menschen in Ägypten ihre demokratische Rechte nutzen können.

 

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