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Sudan: Angriffe auf Christen und Kircheneigentum nehmen zu

Am 21. April wurde die Bibelschule der Sudan Evangelical Presbyterian Church überfallen und zerstört, zahlreiche Bücher - darunter auch Bibeln - wurden verbrannt. Einen weiteren Zwischenfall gab es am 23. April in Dafur. "Trotz der Feiertagsreden der sudanesischen Regierung über Religionsfreiheit und Schutz der Minderheiten nimmt die Verfolgung von Christen im Sudan von Tag zu Tag zu", stellen die Allafrikanische Kirchenkonferenz und der Ökumenische Rat der Kirchen in einer gemeinsamen Stellungnahme fest.

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Am 23. April besetzten Sicherheitskräfte Gebäude des Sudanesischen Kirchenrates (SCC) und der sudanesischen Hilfsorganisation Sudan Aid in Nyala, Darfur. Eigentum der Organisationen wie Fahrzeuge und Bürogeräte wurden konfisziert. Die Allafrikanische Kirchenkonferenz und der Ökumenische Rat der Kirchen loben aber zugleich den Mut vieler Muslime im Nordsudan, die diese Übergriffe kritisierten und sich mit Christen solidarisch erklärten.

Der Sudanbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Volker Faigle, bestätigte, dass der anglikanische Bischof von Khartum, Ezekiel Kondo, über die Zerstörung des Kirchengebäudes und der Bibelschule der Sudan Presbyterian Evangelical Church in Gerief West in Khartum berichtet habe. Offensichtlich habe ein Imam der Moschee in Gerief West am Freitag zur Stürmung der Kirche mit der Begründung, die Kirche habe das Land illegal in Besitz genommen, aufgerufen. Mehr als 500 Personen hätten sich an dem Überfall auf das Kirchengelände beteiligt. Die anwesende Polizei habe tatenlos zugesehen und sei nicht eingeschritten.

Volker Faigle berichtet weiterhin, dass zur selben Zeit die anglikanische St. John‘s Gemeinde in Haj-Yousif aufgefordert wurde, binnen 72 Stunden das Kirchengebäude einzureißen und das durch die Kirchengemeinde ebenfalls angeblich illegal besetzte Grundstück unverzüglich zu räumen. "Es ist Gefahr im Verzug", so Volker Faigle. "Diese Vorgänge bestätigen leider die uns durch Christen im Sudan seit langer Zeit vorgetragenen Befürchtungen und die großen Ängste um ihre Zukunft im Sudan."

Die Evangelische Kirche in Deutschland und die im Sudan Ecumencial Forum (SEF) zusammengeschlossenen kirchlichen Partner sind über diese Vorgänge höchst alarmiert und tief besorgt.

Sie erwarten von der Bundesregierung, dass sie bilateral und über die Europäische Union von der sudanesischen Regierung in Khartum mit großem Nachdruck den Schutz der Bevölkerung - und darunter auch der Christen - einfordert.

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