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Sierra Leones Präsident verspricht mehr Wachstum

Von Online-Redaktion am

Unmittelbar nach seiner Vereidigung am vergangenen Freitag versprach der alte und neue Präsident Ernest Bai Koroma mehr Investoren ins Land zu holen und der Korruption den Kampf anzusagen. Der seit fünf Jahren amtierende Präsident bekam 58,7 Prozent der Wählerstimmen. Sein größter Widersacher, Julius Maada Bio, ein 48-jähriger ehemaliger Junta General, erhielt 37,4 Prozent. Die Wahl fand am 17. November 2012 statt. Von den rund 2,6 Millionen Wahlberechtigten beteiligten sich stattliche 87,3 Prozent.

Dritte Wahl seit 2002

Es war die dritte Wahl seit Ende des blutigen Bürgerkriegs 2002, in dessen Verlauf 120.000 Menschen getötet wurden. Die Wahl vom vergangenen Samstag war die erste, die Sierra Leone in Eigenregie organisiert hat. Die vorherigen Wahlen wurden unter Regie der Vereinten Nationen durchgeführt. Sierra Leone verfügt über reiche Rohstoffvorkommen, von denen sich die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt künftig Wohlstand versprechen. Wohlstand verspricht auch Koroma. „Ich werde sicherstellen, dass der Wohlstand bei allen Menschen im Land ankommt. Die Arbeit beginnt heute“, sagte Koroma vor Anhängern seiner Partei in der Hauptstadt Freetown. Die Unterstützer des Gegenkandidaten Bio zweifeln an der Rechtmäßigkeit des Ergebnisses.

Partystimmung in der Hauptstadt

Es war die Stunde der Jugend: Direkt nach Bekanntgabe des Wahlsiegs fluteten sie die Straßen der Hauptstadt. Singend, tanzend und Topfdeckel  schlagend zogen sie durch die Straßen. „Ich bin froh, ich bin sehr, sehr froh. Koroma bringt Freude in die Herzen der Sierra Leonies“, sagt ein junger Anhänger. Der Rest ist Party. Die Kritik der Anhänger der Oppositionspartei geht unter im rot-weißen Farbenmeer. Frustriert sagt ein junger Anhänger der Oppositionspartei SLPP: „Ernest Bai Koroma hat die Wahlen manipuliert. Das waren keine freien und fairen Wahlen für uns und unser Land“.

Wahlkommission negiert Wahlbetrug

In einigen Wahllokalen habe es mehr Stimmen als registrierte Wähler gegeben. Diese Stimmen wurden aber nicht gezählt. Außerdem ist die  Anzahl der für ungültig erklärten Stimmen zu gering, um das Wahlergebnis zu beeinflussen. Die Wahl in der ehemaligen britischen Kolonie wurde von einer großen Zahl internationaler Beobachter begleitet. Heiko Meinhardt, Koordinator der internationalen Wahlbeobachter von Brot für die Welt zeigt sich zuversichtlich: "Es ist die erste Wahl seit dem Bürgerkrieg, die so friedlich verlief und auch die Verkündigung der Wahlergebnisse führte erstmals nicht zu Gewalt. Sierra Leone hat einen großen Schritt in Richtung Konsolidierung des demokratischen Systems gemacht." Kritisch merkt er den relativ hohen Anteil von ungültigen Stimmen (4,7 Prozent) an: "Die Wählerinnen und Wähler wurden zu spät und zu schlecht über den Ablauf der Wahlen unterrichtet."

Iris Liethmann

 

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