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In der Höhle des Löwen – UNEP-Chef Achim Steiner verteidigt die Green Economy auf dem Peoples Summit

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Selbst schuld, möchte man sagen. Doch UNEP-Chef Achim Steiner hatte um die Einladung gebeten, um sich die Kritik der Zivilgesellschaft an der Green Economy anzuhören – und natürlich um diese zu zerstreuen.

Wie zu erwarten war, war seine Botschaft: Ihr habt das Konzept nicht richtig verstanden. Konsens, so Steiner, bestehe doch darin, dass die bisherigen Wirtschaftsmodelle nicht zukunftsfähig seien. Aber man müsse akzeptieren, dass Politik und Wirtschaft auf Märkte und Wachstum setzten. Nun gehe es darum, die Märkte so zu regulieren, dass sie einer Green Economy entsprächen. Es gehe also tatsächlich um Regulierung und Steuerung, die Märkte allein würden die Probleme nicht lösen. Der Wert beispielsweise des Ökosystems Amazonas sollte nicht nur nach dem Wert des Holzes bemessen werden, die Amazonas-Region sei eben nicht nur Holzlieferant, sondern auch ein riesiges Wasserreservoir und eine unverzichtbare CO2-Senke.

Pat Mooney von der kanadischen etc-group entgegnete, die UNEP-Studie zu Green Economy enthalte in der Tat einige positive Elemente. Allerdings habe UNEP die Kontrolle darüber verloren, was unter Green Economy zu verstehen sei. Betrachte man das, was die Regierungen im Rio Centro verhandelten, so habe das zunehmend weniger mit der Green Economy à la UNEP zu tun. Gründe für den Widerstand der Zivilgesellschaft seien Greenwashing, Kommodifizierung der Natur, freie Fahrt für Konzerne und fortdauernde soziale Ungerechtigkeit.

Pablo Solon von Focus on the Global South warf Steiner Unehrlichkeit vor. Green Economy bedeute die Integration des Naturkapitals in die Marktwirtschaft. Während man bislang von Humankapital und Finanzkapital redete, so solle jetzt die Natur marktfähig werden. Und dies werde eben nicht zu nachhaltiger Entwicklung, sondern zu weiterer Ausbeutung führen.

Die restlichen Kritiker von Steiner bewegten sich ungefähr auf diesen Linien – und erhielten dafür stürmischen Beifall. Insofern hatte Steiners Mission nur teilweise Erfolg – die Kritik der Zivilgesellschaft bekam er zu hören, ihre Bedenken konnte er nicht zerstreuen.

 

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