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Landgrabbing beim Weltsozialforum

Von Online-Redaktion am

Trotz organisatorischer Schwierigkeiten war das Weltsozialforum ein Erfolg und ein klares Bekenntnis zu mehr Demokratie und dem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen Afrikas gewesen, lautet die Abschlussbewertung von "Brot für die Welt" und EED. 70.000 Menschen haben am Weltsozialforum teilgenommen, das vom 6. - 11. Februar in Dakar/ Senegal stattfand. Darunter war auch eine Delegation mit Vertreterinnen und Vertreter von Partnerorganisationen von „Brot für die Welt“.

Im Zentrum des Weltsozialforums stand das Thema Landraub mit mehr als 20 Einzelveranstaltungen. In den Diskussionsrunden wurde aus  Uganda, Sierra Leone, Mauretanien und Südafrika von Landraub berichtet. „Landgrabbing ist Lifegrabbing“, sagte Ana Maria Suarez von FIAN international, da die Bevölkerung dadurch oftmals ihrer Lebensgrundlagen beraubt würde. Multinationale Konzerne und Konzerne von reichen, ressourcenarmen Staaten wurden ebenso kritisiert, wie städtische Eliten, die ebenfalls Land kaufen und pachten, z.B. reich gewordene Beamte und Geschäftsmänner–, wie Ana Maina vom afrikanischen Netzwerk für Biodiversität am Beispiel Kenia deutlich machte.

Große Hoffnungen wurden in die Leitlinien der FAO zu Land und natürlichen Ressourcen gesetzt, die im Herbst verabschiedet werden. Darüber hinaus forderten die afrikanischen Zivilgesellschaften mehr Transparenz von den eigenen Regierungen und lokalen Behörden. Auf nationaler und lokaler Ebene müssen Strategien entwickelt werden, wie die ländliche Bevölkerung ihre Nutzungsrechte sichern können, statt der Exportlandwirtschaft in oft korrupter Art und Weise zu dienen. Auch die Abschlusserklärung „Apell von Dakar gegen das Landgrabbing“ richte sich an die Parlamente und nationalen Regierungen. Sie sollen sofort und in Zukunft aufhören, Ländereien in großem Maßstab zu vergeben. Außerdem sollen sie gemeinsam mit den Betroffenen Regelungen erarbeiten, die die Nutzungsrechte der Bevölkerung anerkennt und regelt. Korruption und Klientelismus müssten sofort beendet werden.

„Regierungen hören besser zu, wenn es eine starke Stimme von der Basis gibt“, so Lansana Sowa vom Netzwerk für das Recht auf Nahrung in Sierra Leone. Die Menschen müssten die Probleme von Landgrabbing erkennen und selbst für ihre Rechte kampagnenfähig werden. Deshalb sei es wichtig, die Botschaften des Weltsozialforums in einfachen Worten in die lokalen Sprachen der betroffenen Länder zu übertragen und zu verbreiten.

 

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