„Menschen hungern nach Brot! Wer darüber hinwegzusehen versucht, versündigt sich“, heißt es 1959 im ersten Spendenaufruf von Brot für die Welt. Die Berichte von Hungernden in Indien, Afrika und anderen Regionen der Welt wecken bei vielen evangelischen Christinnen und Christen den Wunsch zu helfen, so wie ihnen geholfen worden war. Ab 1948 wurde Deutschland mit dem Wirtschaftsförderprogramm des Marshall-Plans die Hand zum Wiederaufbau gereicht. Millionen Menschen profitierten zudem von den Care-Paketen und der Wiederaufbau- und Flüchtlingshilfe des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes. Der Wunsch etwas zurückzugeben und die Erinnerung an die eigene Schuld führen im Advent 1959 zur ersten großen evangelischen Spendenaktion zugunsten notleidender Menschen in ärmeren Ländern.
Völlig unerwartet kommen 19 Millionen Mark zusammen, davon 4,8 Millionen aus den Kirchen der DDR. Das hohe Spendenergebnis führt zu dem Entschluss, aus Brot für die Welt eine dauerhafte Einrichtung zu machen. Angesiedelt wird sie beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zunächst hat sie nur drei Mitarbeiter.