Ort: Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Straße 1, 10115 Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir begrüßen Sie zum Fachgespräch mit Experten aus Peru, Deutschland und UK.
Im Koalitionsvertrag bekennt sich Deutschland zu den deutschen und den internationalen Klimazielen. Konkrete Politiken wie der Ausbau der fossilen Gasinfrastruktur und Subventionen für industrielle Landwirtschaft weisen jedoch in eine gegenteilige Richtung. Sie führen dazu, dass die Treibhausgase als Verursacher der Klimakrise eher steigen als sinken.
Um vor diesem Hintergrund trotzdem zu einer positiven Klimabilanz zu kommen, soll unser Ausstoß von Treibhausgasen durch die Bindung von Kohlenstoff oder die Vermeidung von Treibhausgasen im Globalen Süden über den virtuellen Handel mit Kohlenstoff – sogenannte Kohlenstoffmärkte - ausgeglichen werden. Im Rahmen dieses „Offsettings“ fließen finanzielle Mittel in den Globalen Süden, um dort Projekte mit oft fraglicher Klimawirkung zu finanzieren. Davon sollen alle Beteiligten profitieren: Deutschland erreicht auf dem Papier seine Klimaziele ohne massive Einsparungen von Treibhausgasen, die Menschen im Globalen Süden erhalten finanzielle Mittel, um ihren Klimaschutz auszubauen.
Die Bilanz internationaler Kohlenstoffmärkte ist jedoch ernüchternd. Bindung bzw. die Einsparung von Treibhausgasen durch Klimaschutzprojekte im Globalen Süden bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig wird das fossile Zeitalter damit verlängert und die strukturelle Transformation verschleppt. In vielen Fällen führen diese Projekte zu Vertreibungen der in den Projektregionen ansässigen Bevölkerungen und weiteren gravierenden Menschenrechtsverletzungen.
Für internationale Kohlenstoffmärkte spielen auch zunehmend neue Risikotechnologien eine Rolle, die der Atmosphäre CO2 entziehen sollen. Auch sie sollen im „Offsetting“ dafür genutzt werden, fossile Emissionen zu kompensieren.
Brot für die Welt, FIAN Deutschland und die Heinrich-Böll-Stiftung greifen dieses Thema auf und laden zu einem fachlichen Austausch ein.
Das Fachgespräch findet in Deutsch mit spanischer Übersetzung statt. Eine digitale Zuschaltung wird ermöglicht. Bitte fordern Sie den Link unter Kontakt: bfdw.advocacy_va@brot-fuer-die-welt.de an.
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