Brot für die Welt ruft mit einem breiten Bündnis von 50 Organisationen zur diesjährigen „Wir haben es satt!“-Demonstration auf. Anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft steht bei der Demonstration und der Grünen Woche in Berlin in diesem Jahr die Rolle von Frauen in der landwirtschaftlichen Produktion im Fokus.
Frauen sind in der Landwirtschaft vieler Länder des Globalen Südens unentbehrlich für die Nahrungsmittelproduktion.Sie tragen häufig die Hauptverantwortung für einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit, etwa beim Pflanzen, Ernten und Verarbeiten von Nahrungsmitteln sowie bei der Versorgung ihrer Familien. Trotzdem stehen Frauen vor erheblichen strukturellen Herausforderungen: Nur selten besitzen sie eigenes Land oder haben nur über Ehemänner oder andere männliche Familienangehörige Zugang dazu. Darüber hinaus können Frauen weltweit kaum auf Kredite und wichtige Ressourcen wie Saatgut zugreifen. Gleichzeitig übernehmen Frauen neben der Arbeit auf dem Feld meist den Großteil der Hausarbeit und die Betreuung der Kinder. Bei wichtigen landwirtschaftlichen Entscheidungen sind sie dagegen unterrepräsentiert und haben wenig Mitbestimmungsmöglichkeiten.
Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, sagte: „Ohne Geschlechtergerechtigkeit kann der Hunger nicht überwunden werden. Frauen sind Schlüsselakteurinnen im Einsatz gegen den Hunger sowie für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen. Deutschland hat im Rahmen des Welternährungsausschusses die freiwilligen Leitlinien zur Gleichstellung der Geschlechter mitverhandelt und beschlossen. Dazu zählt zum Beispiel, dass Frauen mitentscheiden sollten, was auf dem Acker angebaut wird, mit welcher Anbaumethode und wie die Belastung durch Pestizide verringert werden kann. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, die Beschlüsse umzusetzen.“
Mehr Informationen:
Hier finden Sie das gestern veröffentlichte Positionspapier „Mit Agrarökologie in die Zukunft“.
Lesen Sie hier das „Positionspapier Welternährung 2030: 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger“.
Lesen Sie hier die aktuelle Publikation „Zukunft gestalten“ mit Erfolgsgeschichten des gerechten agrarökologischen Wandels.
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Prokop Bowtromiuk, Pressesprecher, Brot für die Welt
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