Dieses Jahr fällt der End of Fish Day auf den 19. März. Das ist der Tag, an dem Deutschland rechnerisch seine eigenen Reserven an Fisch und Meeresfrüchten aufgebraucht hat. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 1 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte verzehrt — ein Großteil davon muss importiert werden.
„Wegen Überfischung können Hering und Dorsch aus der Ostsee kaum noch zum deutsche Fischkonsum beitragen. Stattdessen importiert Deutschland große Mengen Fisch, auch aus Gewässern im Globalen Süden. Wir fischen einfach zu viel, die Kontrollen sind schwach, und dazu kommen Klimawandel und illegaler Fischfang — das setzt unseren Meeren richtig zu“, sagt Francisco Mari, Fischerei-Experte von Brot für die Welt.
„Die starke Importabhängigkeit macht Deutschland nicht nur verletzlicher bei Störungen der Lieferketten, sie hat auch globale Folgen: In vielen Fanggebieten weltweit werden durch unsere Nachfrage ökologische und soziale Belastungen entlang der Küsten verstärkt. Besonders Länder des Globalen Südens können dadurch einen wichtigen Teil ihrer Ernährungssicherheit verlieren“, so Kai Kaschinski von Fair-Oceans.
Am End of Fish Day machen Brot für die Welt und die Nichtregierungsorganisation Fair Oceans seit 2019 Politik und Öffentlichkeit darauf aufmerksam, wie eng Fischerei, Ernährungssicherheit und Meeresschutz zusammenhängen. Der Tag soll nicht nur auf die aktuelle Abhängigkeit hinweisen, sondern auch Debatten und Maßnahmen anstoßen — etwa zu besserer Fischereikontrolle, nachhaltigerer Konsumpolitik und zum Schutz mariner Lebensräume.
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