In Davos treffen sich führende Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft zum jährlichen Weltwirtschaftsforum. Bundeskanzler Friedrich Merz hat einen Besuch für Mittwoch, 21. Januar, angekündigt. Dagmar Pruin, die Präsidentin des evangelischen Entwicklungswerkes Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe, äußert sich anlässlich des Besuchs zu Forderungen nach Steuergerechtigkeit und Entschuldung:
„Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in der Armutsbekämpfung, der Ernährungssicherheit und ganz besonders in der Gesundheitsversorgung stehen durch massive globale Kürzungen in der Entwicklungspolitik auf dem Spiel. Bundeskanzler Friedrich Merz sollte die Gelegenheit in Davos nutzen und sich für mehr globale Gerechtigkeit einsetzen. Dazu gehört, Themen wie eine globale Milliardärssteuer und die Entschuldung von Ländern des Globalen Südens auf die Agenda des hochrangigen Treffens zu setzen.
Eine globale Mindeststeuer auf das Vermögen von Milliardär*innen von einem einstelligen Prozentsatz ihres Vermögens ist ein konkreter, wirksamer und gerechter Schritt. Das ist kein radikales Experiment, sondern längst überfällig: Weltweit gibt es über 3.000 Milliardär*innen, deren Gesamtvermögen laut aktuellen Oxfam-Analysen im vergangenen Jahr auf etwa 18,3 Billionen US‑Dollar stieg. Allein der Anstieg in 2025 um 2,5 Billionen entspricht nahezu dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung. Währenddessen kämpft fast die Hälfte der Menschheit, 3,8 Milliarden Menschen, mit weniger als 8,30 US‑Dollar pro Tag um ein Leben in Würde. Mehr als drei Milliarden Menschen leben in Ländern, die mehr Geld für den Schuldendienst als für Gesundheit oder Bildung ausgeben. Das ist untragbar.
Die generierten Mittel, mehrere hundert Milliarden Dollar, sollten unmittelbar zur Stärkung der internationalen Entwicklungsfinanzierung und zum Abbau globaler Ungerechtigkeit eingesetzt werden. Auch auf dem Weltwirtschaftsforum muss Deutschland dieses Thema mit Nachdruck einbringen. Es geht um Gerechtigkeit, um die Beseitigung von Hunger und um globale Stabilität – und damit auch um eine sichere Welt für alle.“
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