Indigene Völker im Amazonasgebiet leben häufig noch auf sehr traditionelle Art, im Respekt und Einklang mit der Natur. So auch das indigene Volk der Kichwa, berichtet Marisol Garcia, Kichwa-Führerin, eindrucksvoll bei der Abendveranstaltung im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW. Doch ihr Lebensraum ist bedroht.
Treibhausgasemissionen steigen kontinuierlich, verursacht hauptsächlich von Ländern im Globalen Norden. Eine Ursache für den Anstieg der Emissionen sind verschiedene Formen globaler Kohlenstoffmärkte. Auf den ersten Blick erscheinen diese als perfekte Lösung für die Klimakrise. Der Globale Norden finanziert Klimaschutz im Globalen Süden und kauft sich damit von Verpflichtungen frei, die eigenen Emissionen substantiell zu reduzieren. Menschen im Globalen Süden erhalten dringend gebrauchte finanzielle Mittel, um den Klimaschutz in der Region auszubauen. Doch die Realität vor Ort sieht anders aus. Davon berichtet neben Marisol auch die Rechtsanwältin Cristina Gavancho, die dem Volk der Kichwa bei der Durchsetzung ihrer Rechte zur Seite steht.
Perus Regierung hat auf dem angestammten Land der Kichwa, ohne vorherige Absprache mit dem Volk, ein Naturschutzgebiet ausgewiesen und Zertifikate auf dem internationalen Kohlenstoffmarkt ausgegeben. Die indigene Bevölkerung wurde nicht nur aus diesem Teil ihres Territoriums vertrieben und durfte diesen nicht mehr nutzen. An den Einnahmen aus dem Kohlenstoffhandel wurden die Menschen nicht beteiligt. "In unserer Region geben sich Unternehmen einen grünen Anstrich, während sie andere Gebiete weiterhin zerstören", so Marisol. "Diese Praktiken müssen aufhören, denn sie führen zu gravierenden Konflikten mit den Menschen vor Ort und tragen nicht zum Klimaschutz bei."
Marisol und Cristina wünschen sich eine größere Aufmerksamkeit für dieses Unrecht. Industriestaaten müssen auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen hinarbeiten, statt weiterhin auf deren Kompensation in Entwicklungsländern zu setzen.





