Gott, an Weihnachten standen wir an der Krippe deines Kindes.
Die Welt erschien im Licht, das von ihr ausging,
für einen Augenblick neu und anders.
Jetzt ist das Jahr 2026 zwei Wochen alt und der Stern über dem Stall kaum mehr zu sehen.
Die Welt sieht alt und vertraut aus.
Das Völkerrecht wird mit Füßen getreten,
stattdessen geht es um Rohstoffe, Geltungsdrang und die Macht des Stärkeren.
Die Menschen in Venezuela, in Grönland, in Taiwan werden zu Statisten im Kampf um Dominanz.
In der Ukraine, im Sudan und vielen anderen Orten gehen die Kriege,
die Gewalt und das Elend unerbittlich weiter.
Im Iran werden wieder Menschen getötet, weil sie für ein besseres Leben eintreten.
Der Stromausfall in Berlin ließ uns spüren, wie verwundbar unser alltägliches Leben ist.
Gott, Jesus hat in dieser altvertrauten Welt gelebt.
Und ist dein Kind geblieben.
Er handelte und redete erfüllt von deinem Geist.
Jedes Mal, wenn wir auf ihn blicken, hellt Hoffnung unser Herz auf.
In dieser Hoffnung bitten wir dich, Gott:
Vertreibe den Ungeist der Gewalt,
bewirke Demut in den von ihrer Macht Berauschten,
inspiriere den Widerstand gegen Unrecht,
erfülle die Unterdrückten, Bedrängten und Bedrohten
mit dem Wissen um ihre unantastbare Würde und Gotteskindschaft.
Amen.