Blog-Beitrag

Brot für die Welt auf dem Hackathon HPI 2019

Rund 100 Student*innen programierten an einem Wochenende digitale Lösungen für soziale Herausforderungen. Brot für die Welt war als Partner dabei.

Von Michael Türk am
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Michael Türk Referent für Unternehmenskooperationen
Telefon: +49 (0) 30 65211-1720 michael.tuerk@brot-fuer-die-welt.de
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Preisverleihung an Team "Know your Rights" zu Arbeitsrechten in Serbien.

Rund 100 Student*innen aus Berlin, Brandenburg und dem Rest der Welt kamen in der HPI School of Design Thinking in Potsdam an einem Wochenende zusammen, um unter dem Motto "about://social.good" innerhalb von 22 Stunden digitale Lösungen für soziale Herausforderungen zu programmieren.

"Fairer Lohn und menschenwürdige Jobs für Näherinnen in Serbien" und "Eine Zukunft für junge Menschen mit ökologischem Landbau in Kamerun" hiessen die beiden "Challenges, die Brot für die Welt eingereicht hatte. In beiden Fällen handelt es sich um Herausforderungen, die sich unseren Projektpartnern stellen, und für die es noch keine Lösung, bzw. Anwendung gibt.

Zum Beispiel in Kamerun: Dort bilden wir junge Landwirte aus, die Bio-Lebensmittel produzieren. Aber sie müssen einen neuen Markt für ihre Produkte finden und das über größere Distanzen hinweg. Die Herausforderung besteht darin, eine digitale Lösung zu schaffen, die Produzenten, Konsumenten und Transporteure zusammenbringt, um in einer App die Angebote und Preise mehrerer Produkte zu verwalten. Das Problem: Da die Produktion nicht das ganze Jahr über konstant ist, müssen die Produzenten mit potenziellen Käufern in Kontakt bleiben, die ihre Produkte sofort zur Ernte kaufen und bereit sind, einen höheren Preis als bei konventionell hergestellten Produkten zu zahlen.

In Südosteuropa werden die Rechte von Frauen, die in der Textilindustrie arbeiten, oft noch immer mit Füßen getreten. Aus Angst um die eigene Arbeit melden die Arbeiterinnen kaum Beschwerden und haben Angst, ihre Rechte geltend zu machen. Geringes Wissen und Informationen über Arbeitsrechte, fast keine gewerkschaftliche Vertretung und Einschränkungen der gewerkschaftlichen Organisierung in vielen der Unternehmen sind weitere Faktoren, die die Geltendmachung von Rechten einschränken.

Die Herausforderung bestand darin, eine digitale Lösung zu entwickeln, die die Arbeitnehmerinnen ermutigt und ihnen ermöglicht, sich schnell und einfach über ihre Arbeitsrechte zu informieren und zuverlässige Fälle von Verletzungen der Arbeitsrechte anonym zu melden.

Die Studierenden des Hackathon HPI 2019 (Hackathon ist eine Wortschöpfung aus „Hack/Tüfteln“ und „Marathon“) nahmen unsere Herausforderungen an: Die Teams "Chat4Bread" und "Know your Rights" verbrachten einen Tag und eine Nacht damit, Daten zu sammeln, eine Lösung zu entwickeln, diese zu programmieren, einen ersten Prototyp zu konfigurieren und ihn dann in einer dreiminütigen Präsentation dem Auditorium zu präsentieren. Wir bedanken uns herzlich für dieses großartige Engagement.

Nun gilt es, Möglichkeiten zu finden, die Vorschläge auch zu implementieren. Dazu suchen wir Interessent*innen, die uns dabei unterstützen.

 

 

 

 

 

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