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Prominente Unterschriften auf Projektgitarre

Auf einer elektrischen Gitarre, gebaut von einem Auszubildenden des Brot für die Welt-Partners CAPA in der DR Kongo, sammelt Pfarrer Wolfgang Weinrich die Unterschriften prominenter Musikerinnen und Musiker. Im Anschluss soll die Gitarre versteigert und der Erlös dem Projektpartner zu Gute kommen.

Von Sandra Stanger am
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Aber das Stück hat erheblichen Wert - ideellen, bald vielleicht auch monetären. Wenn alles klappt, sagt Weinrich, "rechne ich mit einem Wert von etwa 5000 Euro." So viel könnte das Instrument bei einer Versteigerung bringen, auf die Weinrich hinarbeitet.

Mag sie technisch auch nicht ganz perfekt sein: "Diese Gitarre ist ein Symbol", sagt der 62jährige Pfarrer, der als Referent für Kommunikation in der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau arbeitet. Gebaut hat sie ein ehemaliger afrikanischer Kindersoldat. Einer von Hunderten, die in einem Ausbildungszentrum in Bukavu, einer Metrolpole in Ostkongo, ein Handwerk lernen. Kinder und Jugendliche, die in der Regeln ohne Eltern leben müssen. "Das bringt sie für einige Jahre von der Straße runter", sagt Weinrich.

Gitarre von Kindersoldaten gebaut

Die Aktion "Brot für die Welt" sammelt seit Jahren Spenden für das Projekt "Gitarren statt Gewehre". 40 Euro kostet es, die Ausbildung der Instrumentenbauer für ein Jahr zu bezahlen. Als der umtriebige Darmstädter Pfarrer in diesem Jahr davon erfuhr, machte er das Ganze auch zu seiner Sache.

Zwei kongolesische Schulleiter hatten die rote Gitarre dabei, als sie zum Hessentag nach Herborn kamen. Weinrich, der den Blues liebt und Gitarre spielt ("aber wirklich nur ein bisschen!"), nahm das rare Stück mit in sein Büro am Darmstädter Paulusplatz, um es zu veredeln und die Hilfsaktion stärker publik zu machen. Seither zieht sie Kreise. Und der Pfarrer mit ihr.

Zahlreiche Unterschriften gesammelt

Er reist mit dem Gitarrenkoffer durch die Lande, nach Hamburg, nach Berlin, um prominente Gitarristen und Sänger signieren zu lassen. Leute, "die mit dieser Botschaft auch was anfangen können". Stefan Gwildis hat gerade mit dem Silberstift unterschrieben: "Es wird Zeit, dass sich an diesem Mist etwas ändert und dass Kinder überall endlich Chancen für eine entsprechende Bildung erhalten", lässt er mitteilen. Peter Maffay hat das schlichte Instrument in den Katakomben der Frankfurter Festhalle signiert. Und gewitzelt: "Wir haben früher noch auf ganz anderen Sachen gespielt."

Wolfgang Niedecken ist dabei, Max Mutzke und andere. Auf den Anruf von Herbert Grönemeyer wartet Weinrich täglich. An Sting sei er dran. Und an den Italo-Rocker Zucchero. Der tritt auch im kommenden Sommer auf dem Hessentag in Rüsselsheim auf. Genau wie Weinrich. Könnte ein guter Zeitpunkt sein, um die Versteigerung anzusetzen, überlegt der Pfarrer. 5000 Euro, das würde langen, um 125 jungen Menschen ein Jahr lang die Ausbildung zu zahlen. "Vielleicht", überlegt Weinrich, "findet sich ja ein Mensch, dem es das wert ist."

Text: Thomas Wolff