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Vorbereitungen auf die Regenzeit

Seitdem im Dezember 2013 Kämpfe ausbrachen, sind 920.000 Menschen innerhalb des Südsudans auf der Flucht. Die Regenzeit droht, die ohnehin schon angespannte Situation zu verschlimmern, so Maren Platzmann, Beraterin für die Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe im Südsudan.

 

Von Online-Redaktion am

Seitdem im Dezember 2013 Kämpfe ausbrachen, sind 920.000 Menschen innerhalb des Südsudans auf der Flucht. Einige sind bei Verwandten oder Bekannten untergekommen, doch die meisten bauen sich provisorische Unterkünfte und Zelte, im Busch und in Flüchtlingscamps. Es fehlt ihnen an allem, besonders benötigen sie sauberes Wasser und Nahrungsmittel. Mitte Mai beginnt die Regenzeit und droht, die ohnehin schon angespannte Situation zu verschlimmern, so Maren Platzmann, Beraterin für die Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe im Südsudan.

Welche Vorbereitungen treffen Sie im Südsudan, um die Vertriebenen vor starkem Regen und Überschwemmungen zu schützen?

Maren Platzmann: Unsere größte Priorität liegt im Moment auf der Befestigung der Vertriebenenlager sowie die Verteilung von Hilfsmitteln an Bedürftige, damit sie sich eigenständig vor Überschwemmungen schützen können. In den Standard-Nothilfekits der Diakonie Katastrophenhilfe mit Gebrauchsgegenständen ist auch eine Plastikplane enthalten. Mit Holz aus der Umgebung können sich die Betroffenen so zumindest eine behelfsmäßige Unterkunft bauen.

Mit dem Regen wird für den Südsudan auch eine große Hungersnot prophezeit - wieso?

Platzmann: Seit dem Ausbruch des Konfliktes im Dezember sind mehr als eine Millionen Menschen vertrieben worden. Nahrungsvorräte sind geplündert und die Menschen haben durch die Vertreibungen Saatgut und landwirtschaftliche Geräte verloren. Dadurch, dass viele Menschen keinen Zugang zu ihrem Ackerland haben und immer noch in großen Teilen des Landes bewaffnete Konflikte geführt werden, wird davon ausgegangen, dass die diesjährige landwirtschaftliche Saison nicht genutzt werden kann. Es kann einfach nicht gepflanzt werden, sodass eine ganze Jahresernte fehlen wird.


Was bedeutet die Regenzeit für die Hilfsaktivitäten der Diakonie Katastrophenhilfe im Südsudan?

Platzmann: Im Südsudan sind während der Regenzeit ganze Landesteile überschwemmt und vom Zugang mit Autos und Lastwagen abgeschnitten. Für die Hilfsorganisationen bedeutet das, dass vor Mitte Mai so viel Hilfsgüter wie möglich in die Region gebracht werden müssen, damit die Unterstützung nicht unterbrochen wird. Das heißt auch, dass enorme Kosten für Transport anfallen. Nicht nur muss der Großteil der Hilfsgüter per Flugzeug oder Hubschrauber an die Zielorte gebracht werden. Auch die Preise für Straßentransport sind auf Grund der schlechten Straßenbedingungen und hohen Sicherheitsrisiken gestiegen.

Immer noch gibt es an verschiedenen Orten im Südsudan Kämpfe. Die ersten Vertriebenen kehren aber auch schon in ihre Dörfer und Städte zurück. Wie helfen Sie diesen Menschen?

Platzmann: Im Moment sind die Bevölkerungsbewegungen noch so zahlreich und unvorhersehbar, dass die Rückkehrer im Prinzip die gleiche Hilfe erhalten wie die Vertriebenen. In den Konfliktgebieten kehren die Menschen in größtenteils komplett zerstörte Dörfer zurück. Die Hütte wurden niedergebrannt, Wasserstellen zerstört und Gegenstände geplündert. Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt Pakete mit Gebrauchsgegenständen, um die grundlegenden Bedürfnisse der Betroffenen an Kochmaterial, Unterkunft und Hygiene zu decken.

 

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