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Gibt es überhaupt eine Verhandlung in Durban?

Von Johannes Küstner am
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Johannes Küstner Referent Bildung
Telefon: +49 (0) 30 65211-1809 johannes.kuestner@brot-fuer-die-welt.de
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von Masum Jahangir

„Wir hoffen, dass etwas Positives herauskommen wird“ – das ist die geläufigste Aussage, die ich seit Bali (COP13) immer wieder höre. Seit Bali sind wir es gewohnt bis zur Mitternacht des letzten Tages zu warten und die Verhandelnden haben immer irgendetwas angeboten, das uns erlaubte zu hoffen. Aber dieses Mal sieht es ziemlich düster aus. Ich verliere meinen Glauben in die COP. Ich bin nicht als Beobachter bei der COP, um zwei Wochen in einer netten Stadt zu verbringen, sondern um Botschaften von den Menschen meines Landes zu überbringen, die nicht selbst teilnehmen können und um ihre Stimmen mit der globalen Gemeinschaft in Verbindung zu bringen. Ich glaube die COP hat das Kernproblem nicht realisiert, dass sie öffentliche Gelder ausgibt, aber privaten Interessen dient, anstatt den Bedürfnissen und Hoffnungen der Menschen, ob aus Süd oder Nord. Wir müssten Solidarität zeigen, um die Welt zu retten, doch wir nutzen den alten Kolonisationsansatz „teile und herrsche“. Ist das überhaupt eine richtige Verhandlung, oder nicht vielmehr eine freundliche Beratung zwischen abgesicherten Interessensgruppen? Verhandlungen könnten erfolgreich sein, wenn sie zwischen zwei Gruppen stattfänden: Verschmutzern und Opfern von Verschmutzern. Beide Parteien sind – mehr oder weniger – mit den Bedrohungen eines gemeinsamen Problems konfrontiert. Also wollen beide die Bedrohung entschärfen, indem sie zusammenarbeiten und – gemäß ihrer Fähigkeiten – gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Verhandlung über Klimawandel die persönlichen und kollektiven Rechte respektieren muss.

Ich bin nur ein Beobachter. Es tut mir Leid, wenn ich sehe, dass globale Politikentscheider einfache Dinge kompliziert machen während die gemeinsame Bedrohung des Klimawandels an jedem verstrichenen Tag wächst. Ich bin kein Zyniker, aber die Verhandlungen bei der COP 17 machen aus mir langsam einen zynischen Menschen, der an jedem Verhandlungstag etwas mehr Hoffnung verliert. Dennoch habe ich immer noch Hoffnung, dass die EU einen positiven und notfalls einseitigen Schritt geht, um die Verhandlungen auf dem richtigen Weg zu halten. Ich hoffe Deutschland wird eine Führungsrolle übernehmen. Das ist die Zeit, um der Welt zu zeigen, dass wir der Herausforderung, die Zukunft unseres Planeten zu retten, gewachsen sind. Es braucht nur einen starken politischen Willen. Wir sollten die Finanzkrise nicht als Entschuldigung gebrauchen politischen Willen zurück zu halten. Wenn wir jetzt nicht handeln wird es keine Zukunft für die Armen der Welt geben.

 

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