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Fallstudie

Landraub für Sojaanbau in Nord-Argentinien, im Gran Chaco

Soja frisst in Nord-Argentinien den Wald

Argentinien hat sich in den letzten Jahren zum weltweit wichtigsten Exporteur von Sojaöl und Sojaschrot entwickelt. Die Europäische Union zählt zu den Hauptabnehmern für in Argentinien produziertes Biodiesel aus Soja-Öl und für Schrot, das als Futtermittel genutzt wird.

Machbar war dies nur mit einer rasanten Ausweitung der Soja-Monokulturplantagen. Auch an Nord-Argentinien, an der Region Gran Chaco, geht die Dynamik nicht spurlos vorbei.

Allein in der Provinz Salta versechsfachte sich der Anbau von Soja- Monokulturen in den letzten 20 Jahren: Wurden noch 1990 Sojakulturen auf 100.000 Hektar angebaut, waren es 2009 schon nahezu 600.000 Hektar. Dies geht einher mit immensen Waldrodungen. In der vorliegenden Studie, die die Partner- Organisation von "Brot für die Welt" Asociana erstellt hat, zeigt sie auf, dass allein in der kleinen Gemeinde Ballivián zwischen 1986 und 2009 rund 167.400 Hektar Wald zerstört wurden. Dabei handelt es sich um 26 Prozent des Territoriums des untersuchten und kartographierten Gebiets. Die rechtmäßigen Ansprüche der Indigenen wurden verletzt. Die Indianer wurden vertrieben und leben nun in großer Armut in den Dörfern El Corralito, San José und Cuchuy. Sie sehen sich damit konfrontiert, dass ihre Lebensgrundlage verschwindet, indem natürliche Trinkwasserquellen verseucht und traditionelle Jagd- und Sammelgebiete versperrt sind. Nicht einmal vor der Zerstörung von Friedhöfen wurde zurückgeschreckt.

"Die Abholzungen vernichten nicht nur die materielle Lebensgrundlage der indigenen Völker im Gran Chaco, sondern sie verlieren damit auch ihre Tradition und Kultur", berichtet Ana Alvarez, die Direktorin von Asociana. Sie fordert deshalb, "die illegalen Waldrodungen sofort zu stoppen. Die dafür nötigen Gesetze existieren. Sie müssen nur umgesetzt und kontrolliert werden."

Die Organisation Asociana, die die Studie durchführte, wurde auf Initiative der Anglikanischen Kirche gegründet. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Unterstützung und Begleitung von indigenen Gemeinden im argentinischen Teil des Gran Chaco (in der Provinz Salta).

Neben einer detaillierten Falldarstellung werden in der Studie Forderungen aufgestellt.

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