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Tansania

Lehmöfen helfen, das Paradies zu retten

Vor 100 Jahren ließen sich deutsche Kolonialbeamte im Shengena-Wald im Nordosten von Tansania nieder.

Verantwortlich für die Brandrodungen sind zum Teil Hirten, die unachtsam Brände verursachen.

Viele Familienväter verkaufen Lehmziegel. Zum Brennen der Ziegel benötigen sie solides Akazienholz.

Kinder und Frauen müssen immer weiter laufen, um Brennholz zu finden.

Kankokoro ist ein Dorf am Fuße der Pare-Berge. Nur entlang des Flüsschens Sarseni ist die Landschaft grün.

Der Saseni kann bei Regengüssen zu einem Strom werden, der Mensch, Vieh und die Reisernte bedroht.

SMECAO zeigt den Bäuerinnen, wie sie einen Herd errichten, der 50 Prozent weniger Holz verbraucht.

Neben dem Bau von 40.000 Lehmöfen hat SMECAO auch das Pflanzen von 800.000 Bäumen initiiert.

"Brot für die Welt" finanziert SMECAO mit mehr als 90.000 € in drei Jahren.

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In den Pare-Bergen im Nordosten Tansanias werden jährlich Hunderte Hektar Wald abgeholzt – vor allem, um den Brennholzbedarf der rapide wachsenden Bevölkerung zu decken. Durch die Einführung von energiesparenden Lehmöfen versucht die Organisation SMECAO den Raubbau an der Natur zu stoppen.

Der Nationalwald in den Pare-Bergen ist ein geschütztes Naturreservat: Schenkeldicke Lianen hängen von riesigen Kampferbäumen und anderen Urwaldriesen. Affen und Vögel sitzen in den Baumkronen. Doch die Idylle trügt: Immer größere Waldflächen werden abgeholzt.

Verantwortlich für diese ökologische Katastrophe sind in erster Linie Armut und Überbevölkerung. Laut Statistik bringt jede Frau in Tansania im Schnitt sechs Kinder zur Welt. Um diese zu ernähren, brennen junge Familien den Wald nieder und bauen dort Mais und Bohnen an. Den täglichen Maisbrei kochen die Frauen traditionsgemäß über offenen Feuerstellen, welche besonders viel Brennholz verbrauchen. Um der Umweltzerstörung entgegenzuwirken, zeigt die Organisation SMECAO den Menschen daher, wie sie durch den Bau von Lehmöfen Feuerholz einsparen können.

Lehmöfen reduzieren Holzbedarf
Kankokoro ist ein Dorf am Fuße der Pare-Berge. Dorfbewohnerin Leni Mbue ist eine der ersten Frauen, die sich einen energiesparenden Lehmherd in ihre Küche holte. Von SMECAO beauftragte Maurer zeigten ihr, wie sie diesen Herd aus lokal vorhandenen Steinen und Lehm errichten kann. Befeuert wird der Herd über zwei Öffnungen am Boden. Ein Metallschieber im Schornstein regelt den Durchzug der Luft und damit die Stärke des Feuers. Der Ofen verbraucht 50 Prozent weniger Feuerholz, und Leni Mbue muss nicht mehr so oft losziehen, um Feuerholz zu suchen. Gleichzeitig hilft sie dabei, die Umwelt zu schützen: Durch jeden Herd wird der Atmosphäre pro Jahr eine Tonne Kohlendioxid erspart. Das entspricht dem Kohlendioxid-Ausstoß einer 3000 Kilometer langen Autofahrt. Mbue ist überzeugt von ihrem neuen Ofen und wirbt bei ihren Nachbarinnen für den neuen Herd: "Allein in dieser Woche haben sich vier Frauen einen neuen Ofen gebaut."

Ökologische Zusammenhänge verdeutlichen
Dass Lehmöfen allein die Umwelt retten, daran glaubt man bei SMECAO nicht. "Aber unsere Arbeit wirkt tiefer. Wir machen den Menschen ökologische Zusammenhänge bewusst." Seit einigen Jahren betreibt die Organisation verstärkt Lobbyarbeit: Bei Bauern, Bürgermeistern und Behörden setzt sie sich dafür ein, dass keine neuen Waldstücke der Brandrodung zum Opfer fallen und dass das Buschland nicht mehr mit frei laufenden Herden überweidet wird, deren Tiere alle Baumschösslinge abfressen.

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