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Mit dem Mut der Verzweiflung

Guatemala Aufgrund ihrer Wasserreserven sind die Nebelwälder der Granadillas-Berge für die Menschen im trockenen Osten des Landes lebenswichtig. Doch massive Abholzungen bedrohen ihre Existenz. Zusammen mit den Kleinbauernfamilien setzt sich die Lutherische Kirche für ihren Erhalt ein.

Bodyguards für Don Pilar

José Pilar Alvarez Cabrera begutachtet erfreut die neu gepflanzten Felder von Bäuerin Rosa Herrera. Don Pilar, wie er von den Menschen hier genannt wird, ist nicht allein in den Weiler „Los Achiotes“ gekommen. Der Pfarrer der Lutherischen Kirche Guatemalas (ILUGUA), Partner von Brot für die Welt, wird seit drei Jahren Tag und Nacht von zwei Leibwächtern begleitet.

Gefahr in den Bergen

Los Achiotes ist eine abgelegene Siedlung in den Granadillasbergen im Osten Guatemalas. Man erreicht sie nur über einen steilen, mit Gesteinsbrocken übersäten Weg, mit dem Auto geht es nur im Schritttempo weiter. Ideal für einen Überfall. Und den fürchtet Pfarrer Alvarez Cabrera nicht ohne Grund: Unzählig sind die Morddrohungen, die er in den vergangenen Jahren erhalten hat.

Wertvolle Quelle

Don Pilar hat einflussreiche Feinde, weil er sich für den Schutz der Umwelt und die Interessen der Kleinbauernfamilien einsetzt. Ebenso wie seine Kirche fordert er den Erhalt der Nebelwälder in den Granadillasbergen. Die in über 1.400 Metern Höhe gelegenen Wälder sind für die Menschen im ansonsten extrem trockenen Grenzgebiet zu Honduras eine lebenswichtige Wasserreserve.

Profitgier ohne Gewissen

Die Rodung der Nebelwälder hat in den vergangenen Jahren industrielle Ausmaße angenommen; bereits 80 Prozent sind vernichtet. Verantwortlich dafür sind in vor allem die „Finqueros“, die reichen Landbesitzer, oftmals wohlhabende Familien aus der Provinzhauptstadt Zacapa mit exzellenten Beziehungen zu Lokalpolitikern. Sie holzen viel zu nah an den Quellgebieten ab.

Versammeln, informieren, handeln

Viele Menschen in der Region beteiligen sich am gewaltfreien Kampf um den Erhalt „ihrer“ Berge: „Ich gehe zu allen Versammlungen von ILUGUA“, sagt zum Beispiel Donna Rosa. Die Mitarbeitenden der Lutherischen Kirche, die seit mehr als zehn Jahren von Brot für die Welt unterstützt wird, haben der Bäuerin geholfen, das Optimale aus ihrem kargen Stück Land herauszuholen.

Erfolg mit ökologischem Landbau

Von ILUGUA lernte Doña Rosa nicht nur, mit selbst hergestelltem Kompost den Boden fruchtbarer zu machen. Sie hat sich auch mit der Technik der Tröpfchenbewässerung vertraut gemacht. Mit Erfolg! Ihr Obst und Gemüse gedeiht ebenso prächtige wie ihre Heilkräuter. Zweimal in der Woche geht die Kleinbäuerin mit Nachbarinnen hinunter zum Markt von Zacapa – mit zehn Kilo Waren im Gepäck.

Die Fronten sind verhärtet

2008 ist der Landkonflikt eskaliert. Nach ersten Protesten der Kleinbauern ergriffen die Finqueros drastische Maßnahmen. Sie errichteten an der Auffahrt in die Berge ein Tor mit Schloss. Den Dorfbewohnern war nun der Zugang zu den Quellen versperrt. Nach mehreren vergeblichen Dialogversuchen setzten die Kleinbauern dann ihrerseits zwei dicke Pfosten vor das Tor der Finqueros, so dass diese mit ihren Holzlastern nicht mehr hinauffahren konnten.

Mit Gottes Hilfe

Aufgrund von weiteren gewaltfreien Blockaden wurden mehrere Mitarbeitende von ILUGUA der Anstiftung zu kriminellen Handlungen und der Nötigung bezichtigt, auch Don Pilar. Er wurde verhaftet und unter Hausarrest gestellt, später dann freigesprochen. Seitdem wird der Pfarrer massiv bedroht. „Ich wusste, was mir blüht, als ich mich dem Widerstand anschloss. Aber ich schlafe gut. Mein Glaube gibt mir sehr viel Kraft.“

Eine gute Entscheidung

Auch im Leben von Doña Rosa (r.) und ihrer Familie spielt der Glaube eine wichtige Rolle. Er gibt ihr die Kraft weiterzumachen. Pfarrer Alvarez setzt zudem auf die Politik. Im Oktober 2011 reiste er nach Washington zu einer Anhörung vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte. Das Ergebnis: Guatemala muss ein Gesetz zum Schutz seiner natürlichen Ressourcen erlassen!

Mit der Kirche in die Zukunft

Doña Rosa möchte einfach nur auf ihrem Land in Frieden weiterleben: „Woanders ist das Leben teuer, während wir hier fast alles haben, was wir brauchen. Ich spüre, dass sich für uns viel geändert hat durch die Unterstützung, die wir von der Kirche erhalten haben. Wir haben sehr davon profitiert. Deshalb will ich auch mit ILUGUA weiterarbeiten.“
Der Kampf um Land in Guatemala

Film zum Eröffnungsprojekt der 54. Aktion (Langfassung)

Länge: 7:10 min | Datum: 18.03.2015

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Der Kampf um Land in Guatemala

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Länge: 3:20 min | Datum: 18.03.2015

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Mit dem Mut der Verzweiflung
Projektinformationen ILUGUA Guatemala
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Mit dem Mut der Verzweiflung
Projekt-Flyer: Guatemala
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Eskalation der Kriminalisierung und Bedrohung der Menschenrechtsverteidiger_innen in Guatemala
Eine Fallstudie zur Situation in Zacapa und Chiquimula -€“ Gemeindegebiet der Iglesia Luterana Guatemalteca (ILUGUA)
Download (PDF - 389 KB)

Doña Rosa weiß: Gibt es den Wald nicht mehr, versiegt auch das Wasser für ihre Felder. Die Kleinbäuerin lebt in Los Achiotes, einer abgelegenen Streusiedlung im Bergmassiv "Las Granadillas". Ihr Grundstück liegt an einem steilen Hang. Jeder Quadratzentimeter ist bepflanzt.

Profitgier ohne Gewissen

Ohne das Wasser aus den über 1.400 Meter hoch gelegenen Nebelwäldern könnte Doña Rosa keine Landwirtschaft betreiben. Für die Menschen im ansonsten extrem trockenen Grenzgebiet zu Honduras sind die Wälder lebenswichtig. Doch die sind in großer Gefahr. Denn die Abholzung hat in den letzten Jahren industrielle Ausmaße angenommen. Bereits 80 Prozent des Waldes sind vernichtet. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die reichen Landbesitzer. "Sie drängen immer weiter vor und wollen uns unser Land wegnehmen", klagt Doña Rosa und weint.

Grund zur Hoffnung

Wie viele Menschen hier beteiligt sich die kleine Frau am gewaltfreien Kampf um den Erhalt "ihrer" Berge. Unterstützt wird sie dabei von der Lutherischen Kirche Guatemalas, einer Partnerin von Brot für die Welt. Inzwischen gibt es Grund zur Hoffnung: Vor Kurzem urteilte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte, dass der guatemaltekische Staat ein Gesetz zum Schutz seiner natürlichen Ressourcen erlassen muss.

Material für einen Lehmherd
€ 15
Ein Pfund Zwiebelsamen (reicht für 16 Familien)
€ 50
Informationsveranstaltung für 50 Bauern
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Aktualisiert am 19.05.2016

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