Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass Kleinbauern zurückbekommen, was Ihnen zusteht: "Land zum Leben – Grund zur Hoffnung".
Mutig gegen Landraub
Argentinien In der Region Gran Chaco machen skrupellose Vertreter des Agrobusiness den indigenen Völkern ihr Land streitig. Mit Hilfe moderner Geoinformationssysteme und engagierter Lobbyarbeit verhilft die Organisation ASOCIANA den Indigenen zu ihrem Recht.

Paradies auf Erden
Der Gran Chaco, ein Gebiet von der fünffachen Größe Deutschlands, gilt als einer der artenreichsten Lebensräume der Erde. Es erstreckt sich über den Norden von Argentinien, den westlichen Teil von Paraguay und den Südosten von Bolivien.
Zuhause bei den Bäumen
Im Norden Argentiniens sind Wichi, Toba, Guaraní und andere indigene Völker gemäß Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO die rechtmäßigen Besitzer des Waldes. Doch das kümmert die Herren des Agrobusiness nicht.
Blick von oben
Von einem Kleinflugzeug aus dokumentieren Mitarbeitende von ASOCIANA die illegale Zerstörung des Waldes. Mittels GPS-Geräten werden die Koordinaten der Orte festgehalten, an denen illegal brand-gerodet wird.
Wo Rauch ist
Die Agro-Konzerne roden mit schweren Maschinen den Wald, holen alle wertvollen Hölzer heraus und verarbeiten minderwertige zu Kohle. Alles Übrige scharren Bulldozer zu großen Haufen zusammen, Feuer erledigen den Rest.
Soja soweit das Auge reicht
Anstelle des Waldes wird Platz für Monokulturen geschaffen – Erzeugnisse, die in den Industrieländern begehrt sind und satte Gewinne versprechen. Allein in der Provinz Salta wurde im Jahr 2010 auf 637.000 Hektar Land Soja angebaut. Dies entspricht zweieinhalb Mal der Fläche des Saarlandes. entstehen riesige Monokulturen, auf denen unter anderem Soja für die Tierhaltung in der EU angebaut wird. So
Engagierte Hilfe
Ana Alvarez ist Projektkoordinatorin des Brot für die Welt-Partners ASOCIANA, einer Organisation der Anglikanischen Kirche, die sich für die Rechte der indigenen Völker des Chaco einsetzt. Hier erstellt sie einen Bericht für das Umweltministerium und den Obersten Gerichtshof.
Verlorene Heimat
Cacique Pedro Segundo blickt traurig auf das Land, das früher seinem Stamm gehörte. Es wurde von Großgrundbesitzern gerodet und eingezäunt.
Keine Unterstützung ohne Dokumente
Wer keine Papiere hat, den gibt es für die Behörden nicht. "Eine Geburtsurkunde besitzt hier fast niemand", sagt Claudia Lungu, die als Diplom-Sozialarbeiterin bei ASOCIANA arbeitet und den Wichi dabei hilft, ihre Papiere zu bekommen.
Ein bitteres Erbe
José Chailes steht am Grab seines Vaters: ein schmuckloser Erdhügel, darauf eine Plastikflasche mit Wasser als Grabbeigabe. Davor sind Spuren von Kettenrädern zu sehen. Die Bulldozer der Großgrundbesitzer machen selbst vor einem Friedhof nicht halt.
Gemeinsam an einem Tisch
Enzo Romero (l.) von FUNDAPAZ, einer Nichtregierungsorganisation, die eng mit ASOCIANA zusammenarbeitet, erklärt Francisca Vacaflor und ihrem Mann José den Stand der Landvergaben. Die Organisationen vermittelt zwischen den Indigenen und den Kleinbauern, deren Vieh den Wald zerstört.Die Organisation ASOCIANA kämpft in Argentinien gegen Agro-Konzerne, gegen Landgrabbing und für die indigene Bevölkerung.
Länge: 5:42 min | Datum: 28.01.2013
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Größe: 2.2 MB | Datum: 23.09.2012
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Präsentation über das Projekt des Projektpartners ASOCIANA aus Argentinien
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Argentinien: Mutig gegen Landraub
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"Da! Halt drauf!", ruft Ana Alvarez dem Fotografen von der Rückbank des Kleinflugzeugs aus zu. Der reagiert sofort, zoomt lodernde Flammen und verbrannte Mondlandschaft heran, drückt ab. Zeitgleich hält Alvarez mithilfe eines GPS-Gerätes die Koordinaten der Orte fest, an denen illegal brandgerodet wird.
Monokulturen zerstören die Vielfalt
Ana Alvarez, Projektkoordinatorin des Brot für die Welt-Partners ASOCIANA, einer Organisation der Anglikanischen Kirche, erklärt das Prinzip der Zerstörung: "Es ist einfach: Sie roden mit schweren Maschinen, holen alle wertvollen Hölzer aus dem Wald und verarbeiten minderwertige zu Kohle." Alles Übrige scharren Bulldozer zu großen Haufen zusammen, Feuer erledigen den Rest.
So wird Platz für Monokulturen wie Soja, Zuckerrohr oder die ölhaltige Färberdistel geschaffen – Erzeugnisse, die in den Industrieländern begehrt sind und satte Gewinne versprechen. Auch Europa ist ein guter Abnehmer. Hier landet Soja als Futtermittel in den Trögen von Schweinen und Rindern – während im argentinischen Chaco jene hungern, denen das Land eigentlich gehört: die indigene Bevölkerung.
Beweise aus der Luft
Mit den kartographierten GPS-Daten und den Luftaufnahmen sollen dem Umweltministerium Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2008 bewiesen werden. Diese verbietet jegliche Rodung in der Region. Informiert wird auch der Oberste Gerichtshof, der damals auf die Verfügung drang – seinerzeit ein großer Erfolg für ASOCIANA.
Konflikte mit den Viehzüchtern
Als wäre der Kampf gegen das Agrobusiness nicht schwer genug, müssen sich die indigenen Völker auch mit den Kleinbauern auseinandersetzen. Dabei treffen zwei Welten aufeinander: Die indigenen Völker leben vom Jagen und Fischen, vom Früchte- und Honigsammeln im Wald. Die Nachkommen europäischer Einwanderer hingegen betreiben extensive Viehzucht. Ihre Rinder, Ziegen und Schafe dringen in die Wälder ein und zerstören die Lebensgrundlage der Indigenen.
Auf der Jagd mit GPS-Geräten
Bereits 2001 nahm ASOCIANA daher Kontakt mit FUNDAPAZ auf, einem Partner von Brot für die Welt, der die Kleinbauernfamilien berät. Man einigte sich darauf, bei der Provinzregierung die Vergabe von Landtiteln einzufordern. Um zu klären, wer das Land wie nutzt, hielten die Indigenen mit GPS-Geräten die Koordinaten ihrer Honigsammelstellen, Fisch- und Jagdgründe fest. Und die Kleinbauern kartographierten jene Gebiete, die sie bis dahin für ihr Vieh genutzt hatten.
Das gemeinsame Vorgehen zeitigte Erfolg: 2007 unterzeichnete der damalige Gouverneur ein Dekret, in dem die Übergabe des Landes an die indigenen Gemeinden und die Kleinbauern angekündigt wird. Zwar ziert sich sein Nachfolger noch, das Dekret tatsächlich umzusetzen, doch scheint eine friedliche Lösung des Landkonflikts greifbar nah.
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