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Neue UN-Agenda: Eine Herausforderung auch für das Entwicklungsland Deutschland

Berlin/New York, 28.09.2015 — Die neue Agenda für eine weltweite nachhaltige Entwicklung, die auf einem Sondergipfel der Vereinten Nationen beschlossen wurde, stellt auch das „Entwicklungsland“ Deutschland vor große Herausforderungen. „Die neue Agenda mit den 17 globalen Zielen hat das Potenzial, die Welt zu verändern – aber nur dann, wenn alle Länder nach dem großen Event in New York jetzt auch ihre Hausaufgaben machen“, erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Es sei ein großer Fortschritt, dass in der Schlusserklärung des Gipfels und in fast allen Reden der Staats- und Regierungschefs vor der UNO der untrennbare Zusammenhang von Armutsbekämpfung und Umweltschutz beschworen wurde. Doch ob den Worten nun Taten folgen, wird davon abhängen, ob die neue Agenda in allen Ländern in nationale Aktionspläne gegossen werde.

Die Bundesregierung habe bei der Ausarbeitung der neuen globalen Agenda eine positive Rolle gespielt und sollte nun auch bei der Umsetzung in und durch Deutschland vorbildlich sein, meint Füllkrug-Weitzel. Sowohl in der zu überarbeitenden nationalen Nachhaltigkeitsstrategie als auch in einem Aktionsplan zur Erreichung der 17 Ziele sollte sich die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Parlament und Zivilgesellschaft vor allem die Bereiche vornehmen, in denen Deutschland noch großen Nachholbedarf habe.

Problemfelder Freihandel und Futtermittel

So sei zum Beispiel ein Festhalten an der Braunkohleverstromung nicht mit dem Klimaschutz vereinbar. Die gegenwärtig praktizierte Form der Landwirtschaft trage durch die starke Inanspruchnahme von Flächen in Entwicklungsländern für den Anbau von Futtermitteln dort zu einer Verschärfung des Hungerproblems bei. Auch eine Fixierung auf Freihandelsabkommen, die nicht strikt an hohe Menschenrechts-, Sozial- und Umweltstandards gebunden seien, wirke der Erreichung der Ziele entgegen. „Die neue globale Agenda bietet den Referenzrahmen, jetzt all diese Knackpunkte zu bearbeiten und auf dem Weg zu einer menschenrechtsbasierten nachhaltigen Entwicklung weiter voranzukommen“, so Füllkrug-Weitzel.

Auf dem Sondergipfel der Vereinten Nationen, der am Sonntag in New York endete,  wurde die neue Agenda für eine weltweite nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Kernstück sind 17 globale Ziele, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Dazu zählen sowohl klassische Entwicklungsziele wie die vollständige Überwindung von extremer Armut und Hunger als auch Ziele, die dem Schutz der natürlichen Ressourcen (Klima, Gewässer, Böden, biologische Vielfalt) dienen. Dazu kommen die Überwindung der Ungleichheit zwischen und in den Ländern, nachhaltigere Produktion und nachhaltiger Konsum sowie gute Regierungsführung und freier Zugang zur Justiz.


Kontakt:

Thilo Hoppe in New York, Entwicklungspolitischer Beauftragter,
Tel.: 0049 172 6259207 oder Tel.: 0049 160 610 8379,
E-Mail: thilo.hoppe@brot-fuer-die-welt.REMOVE-THIS.de
(Rückflug Dienstag)

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