Fairer Handel
Fair Trade

Fairer Handel für ein würdevolles Leben

Fair Trade ist die Antwort auf Ausbeutung und Ungerechtigkeit in globalen Lieferketten. Damit Arbeiter in armen Ländern von ihrer Arbeit leben können, bezahlen Verbraucher in Deutschland faire Preise für Kaffeebohnen, Schokolade oder Bananen. So einfach ist Fairer Handel, und entsprechend erfolgreich.

Fair Trade macht das eigene Engagement global

Für ein auf Konsum ausgerichtetes Wirtschaftssystem wie in Deutschland müssen Menschen auf der ganzen Welt oft sehr hart arbeiten. Leider geht es dabei meist alles andere als fair zu. Da viele Verbraucher möglichst wenig zahlen wollen, werden weltweit Arbeiter und Arbeiterinnen ausgebeutet, um die bei uns angebotenen Waren billig zu produzieren. Sie bekommen Dumpinglöhne dafür, dass sie in Fabriken ohne Notausgänge arbeiten oder in einsturzgefährdeten Minen schuften. Fair Trade geht anders: Der Faire Handel ist transparent, gerecht, solidarisch und nachhaltig.

„Wir zeigen seit über 50 Jahren, dass gerechter Handel möglich ist.“

Kristina Stier

Referentin für Fairen Handel und nachhaltiges Wirtschaften bei Brot für die Welt

Definition des Fairen Handels

Fairer Handel ist Hilfe zur Selbsthilfe, Kleinproduzenten im Globalen Süden werden gezielt gestärkt. Die internationale Fairtrade-Bewegung möchte die wirtschaftliche und soziale Situation benachteiligten Bäuerinnen und Arbeitern verbessern. Ein wichtiges Kriterium ist, dass sie für ihre Arbeit und ihre Produkte angemessen bezahlt werden, damit sie sich eine stabile Existenz aufbauen können.

Fairtrade-Organisationen unterstützen beispielsweise mit zusätzlichen Prämien den Aufbau von Gemeinschaftsprojekten oder die Umstellung auf ökologischen Anbau. Ebenso wichtig sind gute Arbeitsbedingungen und die Bildungs- und Informationsarbeit für einen gerechteren Welthandel. So können sie noch mehr Menschen davon überzeugen, dass wir alle Verantwortung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten tragen.

Grundsätze für faire Produkte

Zu den wichtigsten Grundsätzen im Fairen Handel zählen unter anderem:

  • faire Mindestpreise und zusätzliche Prämien für Gemeinschaftsprojekte 
  • Mitwirkung und Mitbestimmung
  • langfristige Handelspartnerschaft auf der Basis von Dialog, Transparenz und Respekt
  • Einhaltung von Arbeitsschutzrechten und Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • schonender Umgang mit der Umwelt bei Anbau, Produktion und Weiterverarbeitung
  • Bildungs- und Kampagnenarbeit für einen gerechten Welthandel

Shop

Fair Trade in Deutschland

In den 1970er Jahren entstand die deutsche Fairtrade-Bewegung. Sie ist heute die größte entwicklungspolitische Bewegung in Deutschland. Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Gruppen, Weltläden oder Kirchengemeinden. Der Faire Handel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Laut Umfragen kennen 83 Prozent der Deutschen das Fairtrade-Siegel, 95 Prozent von ihnen vertrauen darauf. Unternehmen wie die GEPA, die vor 50 Jahren gegründet wurde, vertreiben seit Jahrzehnten mit großem Engagement fair gehandelte Produkte. Und davon gibt es immer mehr.

Neben Kaffee, Blumen und Bananen finden sich in den Regalen immer öfter gerecht und nachhaltig produzierte Säfte, Honig, Kosmetika, Wein oder Textilien, häufig in Bio-Qualität. Verschiedene Initiativen und Unternehmen bemühen sich, die Standards des Fairen Handels auch auf weitere Produkte wie Naturstein oder Smartphones auszuweiten.

Projekt

Brot für die Welt ist Vorreiter im Fairen Handel

Seit mehr als 50 Jahren setzt sich Brot für die Welt auf vielen Ebenen für fairen Handel ein. Wir unterstützen Kooperativen und Organisationen im Globalen Süden ebenso wie Netzwerke für Fair Trade in Deutschland und weltweit. Wir fördern Basis-Initiativen zur Bildungs- und Informationsarbeit und betreiben selbst aktiv Lobbyarbeit für gerechtere Handelsbedingungen und faire Lieferketten im Dialog mit Wirtschaft und Politik. Wir engagieren uns als Gesellschafter von Europas größtem Fair-Handels-Haus, der GEPA, und sind Gründungsmitglied von TransFair e. V. / Fairtrade Deutschland.

Dossier

Kurz erklärt: Video zu Fairem Handel

Video-Download

Wie Sie selbst fair handeln

Kaufen Sie fair gehandelte Produkte. Fairtrade-Produkte finden Sie auch im Online-Shop von Brot für die Welt. Erzählen Sie Ihrer Familie, Ihren Freunden und Ihren Kolleginnen, dass sie mit dem Kauf solcher Produkte dazu beitragen können, das Leben vieler Menschen in aller Welt zu verbessern. Überzeugen Sie Stadtverwaltung, Krankenhäuser, Schulen und Kirchengemeinden in Ihrem Ort, fair einzukaufen.

Zudem können Sie sich ganz in Ihrer Nähe in einer Eine-Welt-Gruppe oder Fair-Handelsgruppe engagieren, um ein Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen. Vor allem während der Fairen Woche, die jedes Jahr im Herbst stattfindet, gibt es viele Aktionen und Kampagnen. Machen Sie mit!

FAQ – Fragen und Antworten zu Fairem Handel

Der Begriff Fairer Handel bezeichnet eine Form des Handels, die auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit setzt. Ein wichtiger Aspekt sind dabei die Mindestpreise, die Erzeuger*innen erhalten. Liegt der Marktpreis darüber, bekommen sie entsprechend mehr, aber meistens ist der Marktpreis unter dem Mindestpreis. Dadurch garantiert der Mindestpreis den Erzeugerinnen und Erzeugern ein verlässliches und höheres Einkommen.

Der übliche Welthandel hingegen ist darauf ausgerichtet, die Preise für Erzeuger*innen zu drücken – ohne Rücksicht auf die Folgen – und die Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel in Deutschland trotzdem hochzuhalten. Die Differenz daraus, die sogenannte Marge, streichen dann die Händler*innen ein. Fair ist das nicht. Der Faire Handel hingegen hat sich zum Ziel gesetzt, die Erzeuger*innen fair zu behandeln.

Zu den Mindestpreisen kommen eine Vorfinanzierung der Produktion sowie zusätzliche Prämien, die die Kleinbäuerinnen oder Arbeiter in Projekte, über die sie selbst entscheiden, investieren können: z. B. in Fortbildungen zur Verbesserung der Anbaumethoden oder soziale Infrastruktur, wie Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit.

Fairer Handel hilft Produzent*innen, Arbeiter*innen und ihren Familien, die durch die Mechanismen des Weltmarkts an den Rand gedrängt wurden. Sie sollen unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und von ihrer Arbeit sicher leben können.

Im Gegensatz zu „bio“ ist „fair“ kein gesetzlich geschützter Begriff. Deswegen ist Vorsicht geboten, denn mitunter können Produkte als „fair“ bezeichnet werden, bei denen Produktions- und Handelsbedingungen nicht den Grundsätzen des Fairen Handels entsprechen. Zahlreiche Supermärkte setzen zum Beispiel auf Siegel wie das der Rainforest Alliance, deren Anforderungen keine Mindestpreise für die Produzent*innen enthalten und daher billiger angeboten werden können.

Für die Fair-Handels-Zertifizierung gibt es zwei Wege, die sich ergänzen:

  1. Fair-Handels-Unternehmen, die sich als solche zertifizieren lassen können, sind ausschließlich im Fairen Handel tätig. Wichtige Fair-Handels-Unternehmen sind etwa die GEPA als größte europäische Fair-Handels-Importorganisation (Brot für die Welt ist Gesellschafter) und El Puente.
  2. Eine Produktzertifizierung, die es auch konventionellen Unternehmen erlaubt, Produkte in ihrem Sortiment mit einem Fair-Handels Siegel zu kennzeichnen. Die bekanntesten Siegel in Deutschland sind das Fairtrade-Siegel sowie das Naturland Fair-Siegel.

Seriöse Fair-Handelsanbieter halten die ILO-Kernarbeitsnormen ein, verbieten Kinder-  und Zwangsarbeit, zahlen den Produzent*innen für zahlreiche Rohstoffe einen garantierten Mindestpreis sowie eine Fair-Handelsprämie und Bio-Aufschläge. Außerdem setzten sie auf langfristige Handelsbeziehungen und fördern die Bildung von Kooperativen. Hinzu kommen spezifische Kriterien insbesondere für den Anbau, etwa das Verbot bestimmter Pestizide oder komplett ökologische Landwirtschaft.

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