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Zwölf Tage für die Zukunft

War die Klimakonferenz ein Erfolg? Brot für die Welt war mit Partnern dabei, um die Stimmen des Südens zu Gehör zu bringen.

Die Verabschiedung des Klimaabkommens von Paris ist ein politischer Erfolg, auch wenn es allein die Welt nicht retten wird. Insbesondere der Schutz, den das Abkommen den ärmsten und verletztlichsten Menschen bietet, war ein Punkt, den Brot für die Welt und seine Partner während der Verhandlungen immer wieder gefordert haben, sagt Klimaexpertin Sabine Minninger von Brot für die Welt. Mehr noch: Fossile Energien sind nun ein Auslaufmodell. Und Joachim Fünfgelt sieht im Abkommen den Beginn einer globalen Energiewende.

In Paris haben sich Brot für die Welt und etwa 40 Partnerorganisationen aus dem Globalen Süden in das Verhandlungsgeschehen eingemischt. Besonders wichtig war die Forderung nach Klimagerechtigkeit in den Bereichen Minderung von Treibhausgasen, Anpassung an den Klimawandel, Klimafinanzierung sowie Unterstützung der ärmsten und verletzlichsten Menschen bei der Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verlusten. An den zwölf Verhandlungstagen haben Partner und Mitarbeitende von Brot für die Welt ihre Sicht auf die Konferenz geschildert.

Im Positionspapier "Weichen stellen für eine klimagerechte Zukunft" hatte Brot für die Welt im Vorfeld seine Erwartungen an die UN-Klimakonferenz zusammengefasst und konkrete Forderungen zum Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten ausgearbeitet.

Stimmen von der Klimakonferenz
Sabine Minninger und Joachim Fünfgelt

Fazit zur Klimakonferenz
Die Verabschiedung des Klimaabkommens von Paris ist ein politischer Erfolg, auch wenn es allein die Welt nicht retten wird. Insbesondere der Schutz, den das Abkommen den ärmsten und verletztlichsten Menschen bietet, war ein Punkt, den Brot für die Welt und seine Partner während der Verhandlungen immer wieder gefordert hat, sagt Klimaexpertin Sabine Minninger von Brot für die Welt. Und Joachim Fünfgelt sieht im Abkommen ein Fahrplan für eine globale Energiewende.
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Tania Guillén Bolaños und Sabine Minninger

„Die Zeit drängt“
Der am Mittwoch vorgelegte neue Vertragsentwurf für ein globales Klimaabkommen enthält Fortschritte, muss aber an vielen Punkten noch verbessert werden, urteilt Tania Guillén Bolaños vom Humboldt-Zentrum in Nicaragua. Kurz vor Ende der Pariser Klimakonferenz macht der Zeitdruck Sorgen. Das für die ärmsten Länder wichtige Thema Loss and damage (klimabedingte Schäden und Verluste) ist noch nicht einmal behandelt worden, kritisiert Klimaexpertin Sabine Minninger von Brot für die Welt.
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Md Shamsuddoha und Sophia Wirsching

„Flucht vor Klimawandel“
Aufgrund des Klimawandels wird Migration in Bangladesch ein immer größeres Problem, erklärt Md Shamsuddoha von CPRD. Die Betroffenen sind oft Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Weltweit müssen jedes Jahr über 25 Millionen Menschen wegen Klimaschäden ihre Häuser verlassen, ergänzt Sophia Wirsching, Migrationsexpertin bei Brot für die Welt. Sie fordern, dass Migration als Folge des Klimawandels im Pariser Abkommen berücksichtigt wird.
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Eva Filsmoser und Ajita Tiwari

„Umdenken bei CO2-Kompensation notwendig“
Der Handel mit CO2-Zertifikaten muss vor allem den Armen zugute kommen, fordert Ajita Tiwari von INECC in Indien. Mit Blick auf nachhaltige Entwicklung ist festzustellen, dass die Kohlenstoffmärkte die vom Klimawandel Gefährdeten eher noch weiter an den Rand drängen und vor allem den Großinvestoren nützen. Für Eva Filzmoser von Carbon Market Watch müssen die Industriestaaten auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen hinarbeiten, statt weiterhin auf deren Kompensation in Entwicklungsländern zu setzen.
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Hindou Oumarou Ibrahim

„Es geht um die Menschenwürde“

Hindou Oumarou Ibrahim erklärt, warum die Rechte insbesondere indigener Menschen in dem zukünftigen globalen Klimaabkommen berücksichtigt werden müssen. Ein Beispiel für Menschen, die schutzlos den Folgen des Klimawandels ausgesetzt sind, ist ihre Heimat Tschad. Sowohl die Ernährungssicherheit wie die Biodiversität seien bedroht. „Unsere Lebensgrundlagen und unsere Identität stehen auf dem Spiel.“


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François Pihaatae

„Klimawandel hat schon stattgefunden“
Die pazifischen Inselstaaten sind dem Klimawandel besonders schutzlos ausgesetzt, betont der Generalsekretär des pazifischen Kirchenrates, François Pihaatae. Bereits jetzt müssen Inselbewohner umgesiedelt werden. Die Kosten sollte die Weltgemeinschaft tragen, argumentiert Pihaatae. Lösungen müssen auf internationaler Ebene gefunden werden. In Paris, fordert der Kirchenmann, müssen auch die Bedürfnisse der ärmsten berücksichtigt werden.
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Cornelia Füllkrug-Weitzel

„Klimawandel ist auch Fluchtursache“
Für Cornelia Füllkrug-Weitzel sind die Anliegen der Menschen in armen Ländern ein wichtiger Bestandteil der Klimaverhandlungen. Sie leiden besonders unter den Schäden, die vom Klimawandel hervorgerufen werden. Um zu verhindern, dass Menschen ihre Lebensgrundlage entzogen wird, ist eine gerechte Klimapolitik notwendig. Ein kleiner, wenn auch nicht ausreichender Beitrag dazu sind Klimarisiko-Versicherungen.


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Chan Beng Seng und Annegret Zimmermann

„Fliegen für den Klimawandel“
Die durch Tourismus bedingen Klimabelastungen werden vorrangig durch den
Flug- und Schiffsverkehr hervorgerufen und basieren auf einem luxusorientierten Lebensstil, erklärt Chan Beng Seng von APAY. Hohe Emissionen und gänzliches Fehlen verbindlicher Reduktionsziele im Luft- und Seeverkehr drohen den Klimaschutz zu untergraben. Daher ist es wichtig, beide Sektoren in ein ambitioniertes Klimaabkommen zu integrieren, fordert Annegret Zimmermann, Referentin Klimagerechtigkeit im Tourismus bei Brot für die Welt.
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Endeshaw Kassa und Eike Zaumseil

„Klimagerechte Landwirtschaft“
Der Farmers Day sollte die Aufmerksamkeit der COP21-Delegationen auf die besondere Rolle der Landwirtschaft für Klimaschutz und -gerechtigkeit lenken. Endeshaw Kassa berichtet von den gravierenden Auswirkungen des Klimawandels für die Agrarwirtschaft in seinem Heimatland Äthiopien. „Anpassungsmaßnahmen müssen sich vor allem an den Bedürfnissen und Erfahrungen von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen richten und nicht an den Scheinlösungen der Agrarindustrie orientieren“, sagt Eike Zaumseil von Brot für die Welt.
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Maria Theresa Nera-Lauron

„Ohne Solidarität keine Klimagerechtigkeit“
Immer wenn sich die Verantwortlichen zur Klimakonferenz zusammenfinden, werden die Philippinen von zerstörerischen Taifunen heimgesucht, sagt Maria Theresa Nera-Lauron  von IBON International.
Die philippinische Aktivisten fordert die Europäer auf, noch mehr gegen die Erderwärmung zu unternehmen. Für sie bedeutet Klimagerechtigkeit, die Probleme und Anliegen aller Länder gleichermaßen zu berücksichtigen.
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Sixbert Mwanga und Joachim Fünfgelt

„Mehr Mut für eine gerechte Energiewende“
Nur mit ausreichend ausreichend finanzieller und technischer Unterstützung wird es gelingen, dass alle Menschen rasch Zugang zu nachhaltiger Energie bekommen. Sixbert Mwanga vom Climate Action Network Tanzania und Joachim Fünfgelt von Brot für die Welt kommentieren die Statements der rund 150 Staats-und RegierungschefInnen am ersten Verhandlungstag. Für eine global gerechte Energiewende fordern sie mehr Mut und Ambitionen insbesondere für die armen Staaten.
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Wael Hmaidan

"Zivilgesellschaft macht den Unterschied"
Wael Hmaidan aus dem Libanon ist Direktor des globalen Netzwerks Climate Action Network International. Fast tausend Umwelt- und Entwicklungsorganisationen gehören dem Netzwerk an, das maßgeblich die Arbeit der Zivilgesellschaft bei den UN-Klimaverhandlungen koordiniert. Wael erklärt die wichtige Rolle der Zivilgesellschaften bei den Verhandlungen und warum er positiv in die Zukunft der Klimapolitik schaut.
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Heinz Fuchs: Die Klimapilger sind angekommen!
Heinz Fuchs von Brot für die Welt berichtet vom Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit. Unter dem Motto „Geht doch!“ waren 7.000 Pilger dabei - einen oder mehrere Tage, und einige die gesamten 1500 Kilometer. Zum Abschluss fand am Samstag ein interreligiöses Gebet in der Basilika Saint-Denis und die Übergabe von Petitionen an die Verhandlungsleitung statt. Heinz Fuchs fordert ein gerechtes Abkommen in Paris: „Niemand darf beim Klimaschutz zurück bleiben“
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Aktuelles zum Thema
Mit einem Blick auf die Forderungen der 15.000 Demonstrationsteilnehmer und auch das Veranstaltungsprogramm des Weltsozialforums wird einem sehr schnell klar, dass die Forderung nach Ressourcenschutz und...
Blogbeitrag von Louiza Charalambous Anfang Juli hat der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) einvernehmlich eine neue Resolution zu Menschenrechten und Klimawandel verabschiedet, die die enge Verbindung zwischen den...
Mit finanzieller Unterstützung der Heidehof Stiftung und von Brot für die Welt realisierte der Asiatisch Pazifische Dachverband der YMCAs (APAY) die einjährige Implementierungsphase ihres neuen E-Learning-Angebotes. Die Ergebnisse wurden vom 21. bis...
In Bagapalli in Südindien ist die Zukunft des Handels mit Klimazertifikaten schon angebrochen: Arme Kleinbauern satteln um und erwirtschaften einen Teil ihres Einkommens mit CO2-Einsparungen.

Aktuell 50 Weichen stellen für eine klimagerechte Zukunft
Wie drastisch veränderte Wettermuster und Extremereignisse sich bereits heute auf das Leben von Millionen Menschen auswirken, darauf weisen Partnerorganisationen von Brot für die Welt aus dem globalen Süden immer eindringlicher hin. Besonders bedroht sind die Menschen, die ohnehin schon an Armut und Hunger leiden – in Ländern des Südens, in denen die Erwärmung deutlich stärker ausfällt als im weltweiten Durchschnitt. In diesem Jahr richtet Frankreich die Konferenz der 196 Vertragsstaaten (COP 21) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) aus. Die „COP 21“ findet vom 29. November bis 11. Dezember 2015 in Paris statt. Zum ersten Mal in der Geschichte der seit zwei Dekaden laufenden Weltklimaverhandlungen stehen dieses Jahr die Chancen gut, dass ein völkerrechtlich bindender Klimavertrag für alle Staaten geschlossen wird, der dann 2020 in Kraft treten soll. Allerdings ist kaum zu erwarten, dass die darin vereinbarten Ziele und Maßnahmen ausreichen werden, um den Klimawandel und seine Folgen nachhaltig einzudämmen.
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Positionspapier: Klimabedingte Schäden und Verluste
Die Zunahme ungewöhnlicher Wetterereignisse – in jüngster Zeit etwa der Wirbelsturm auf Vanuatu, die massive Dürre in Kalifornien und die Überschwemmungen in Südostasien – sind deutliche Zeichen dafür, dass der Klimawandel kein Problem ferner Zukunft ist. Das vergangene Jahr war weltweit das wärmste seit Beginn der Temperaturmessung. Bei einer globalen Erwärmung von über zwei Grad Celsius steuern wir mit zunehmender Wahrscheinlichkeit auf großflächige, irreversible Umweltveränderungen zu, die für viele Regionen, aber insbesondere für die besonders verletzlichen und armen Menschen, nicht mehr zu bewältigen sind. Jeder Staat hat die Verantwortung, im Dezember 2015 in Paris konstruktiv zu einem globalen Klimaabkommen beizutragen. Die vorliegende Publikation diskutiert den zweiten notwendigen Fokus von Paris: warum das Abkommen auch Solidarität mit den Verwundbarsten zeigen und Unterstützung im Umgang mit Schäden und Verlusten bereitstellen muss. Es wäre fatal, wenn die besonders betroffenen Länder mit dem Gefühl abreisen müssten, mit den für sie existenziellen Herausforderungen der Klimakrise alleine gelassen zu werden.
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Position Paper: Climate-Related Loss and Damage
Climate change is not a challenge for some far off future. Alone the increase of unusual and extreme weather events, such as the cyclone that hit Vanuatu or the current extreme drought in California and flooding in Southeast Asia, is evidence of this. Globally, last year was the warmest year since records began. Should global warming exceed 2°C, we are looking at an increasing likelihood of large-scale, irreversible environmental changes that are more than what many regions, and in particular the most vulnerable and poorest people living there, are able to cope with. All participating nations at the December 2015 Paris conference share the responsibility to contribute constructively towards a global climate agreement. This publication discusses the second necessary focus for Paris: the need for the agreement to show solidarity with the most vulnerable and to support them in dealing with the associated damage and loss. It would be fatal if the countries currently suffering the greatest negative impacts left the conference feeling that they were on their own to deal with the existential challenges posed by climate change.
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Profile16 Increasing the Sense of Urgency
Today, the climate change debate arrived at a tip, amid new reports that
carbon dioxide emissions are at the highest levels, with 2.3 percent growth in
emissions. The world is at its hottest since global temperatures have been
recorded. The fifth Assessment Report (AR5) by the Intergovernmental Panel
on Climate Change (IPCC) has concluded that climate change is unequivocal, and that human activities, particularly emissions of carbon dioxide (CO2), are very likely to be the dominant cause. The tourism industry plays a significant role in climate change. Unregulated and unsustainable mass tourism, supported by liberalized policies together with the serious lack of adequate regulatory measures increased the tourism sector’s CO2 emissions significantly.
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Profil 16 Aumentar la sensacion de urgencia
El debate sobre el cambio climático actualmente se encuentra en un punto
crucial, en medio de nuevos informes que alertan cómo las emisiones de CO2 han llegado a su máximo nivel, con un aumento del 2.3 por ciento de crecimiento. El mundo está en su nivel más caluroso desde que hay recopilación de datos sobre las temperaturas globales. El Quinto Informe de Evaluación (AR5) del Panel Internacional sobre el Cambio Climático (IPCC) ha determinado que el cambio climático es incuestionable y que las actividades humanas, en especial las emisiones de CO2, parecen ser la causa principal. La industria turística juega un papel importante en el cambio climático. El turismo de masas, no reglamentado y no sostenible, apoyado por políticas de liberalización junto a un serio vacío de medidas regulatorias adecuadas, ha incrementado significativamente las emisiones de CO2 de este sector.
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Aktualisiert am 12.08.2016

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