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Gitarren statt Gewehre

DR Kongo Zehntausende Kinder wurden in den letzten zwanzig Jahren im Ost-Kongo zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Ausbildungszentrum der Baptisten ermöglicht einigen von ihnen einen Neustart im zivilen Leben.

Der ehemalige Kindersoldat Justin Murhula Bashimbe (27 Jahre) machte im Ausbildungszentrum CAPA eine einjährige Lehre zum Gitarrenbauer. Seither baut er akustische und elektrische Gitarren, die er dann verkauft. „Als ich die Gitarrenbauwerkstatt zum ersten Mal sah, wusste ich sofort, dass ich genau diesen Beruf erlernen möchte“, sagt der 27-Jährige. Das ist neun Jahre her, und er hat seine Entscheidung nie bereut.

Das Ausbildungszentrum in Bukavu wurde 1982 von der Gemeinschaft der Baptisten in Zentralafrika (CBCA) gegründet. 780 Lehrlinge werden in 19 Berufsfeldern ausgebildet. Viele von ihnen haben eine traumatische Geschichte: Es sind ehemalige Kindersoldaten oder einstige Straßenkinder, HIV-positive Frauen, Überlebende sexueller Gewalt oder ledige Mütter.

Dass Murhula Bashimbe in der Gitarrenwerkstatt arbeiten kann, verdankt er Magadju Cibey (Foto), dem leitenden Psychologen des Zentrums. Der lud vor rund neun Jahren etwa 250 ehemalige Kindersoldaten zu einer Führung durch die Werkstätten ein. „Viele hatten nach etlichen Jahren im Busch gar keine Vorstellung mehr davon, was man im zivilen Leben so alles machen kann“, sagt der Psychologe.

Über seine Erinnerungen als Kindersoldat spricht Murhula Bashimbe nicht gerne: „Ich habe viel erlebt und vieles gemacht, was unaussprechlich ist. Der Krieg hat seine eigenen Gesetze.“ Murhula Bashimbe unterwarf sich diesen Gesetzen und machte mit – beim Foltern, Vergewaltigen, Töten. Erst nach fünf Jahren sah er die Gelegenheit zur Flucht und setzte sich ab. „Anfangs war der Umgang mit ihm ganz schwierig“, sagt Psychologe Cibey. „Er war aggressiv und glaubte immer noch, er könne alle anderen kommandieren.“

Die Geduld mit Justin Muhurla zahlte sich aus. „Inzwischen ist er sehr umgänglich und hilfsbereit“, sagt der Psychologe. Murhula selbst empfindet auch, dass er sich von Grund auf verändert hat. Er fühlt sich im zivilen Leben mittlerweile heimisch und hat die blinde Wut verloren, die ihn direkt nach der Zeit bei den Rebellen häufig befiel. „Inzwischen habe ich sogar eine Frau und drei Kinder. Das hätte ich mir vor zehn Jahren nicht träumen lassen.“

In der Werkstatt der Gitarrenbauer arbeiten neben Murhula Bashimbe noch mehrere Lehrlinge und natürlich auch Meister Mugomoka Oscar Matabaro. Auch er ist inzwischen mit Murhula Bashimbe sehr zufrieden. „Er versucht, sich immer weiter zu verbessern. Andere begnügen sich mit dem, was sie können, wenn sie das Abschlusszeugnis haben.“

Esthère Matutina war Soldatin – bis ihr Mann getötet wurde und sie allein für ihre acht Kinder sorgen musste. Sie wollte nicht mehr zur Armee zurück und begann eine Ausbildung als Maurerin. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, seitdem Matutina ihre Maurerlehre abgeschlossen hat. Heute verdient sie auf Baustellen in der Region ihr Geld. Sie ist überzeugt: „Es geht mir besser als vorher. In guten Monaten verdiene ich doppelt so viel wie früher bei der Armee, rund 100 Dollar.“

Am späten Nachmittag zieht Matutina ihren Blaumann aus und macht sich zu Fuß auf den Heimweg. Sie lebt dort mit ihren Kindern immer noch auf dem Kasernengelände, obwohl sie nicht mehr bei der Armee ist. Trotz der anhaltenden Trauer um ihren verstorbenen Mann kämpft sie weiter, jetzt nicht mehr in der Armee, sondern mit dem Alltag. Dank ihrer Ausbildung schafft sie es, ihre Kinder zu ernähren. Und sie kann immerhin vier von ihnen in die Schule schicken, zwei Jungen und zwei Mädchen.

Auch Murhula Bashimbe wohnt mit seiner Familie oberhalb der Millionen-Metropole Bukavu. Er setzt sich zu seiner Frau Chantelle und nimmt seinen gerade mal drei Wochen alten Sohn Moïse in den Arm. Er genießt Momente wie diese, fühlt sich im Leben angekommen. „Wenn das Ausbildungszentrum nicht wäre, wäre ich vielleicht wieder zu einer der bewaffneten Gruppen zurückgekehrt“, sagt er ins Halbdunkel des kleinen Raumes hinein. „Ich bin glücklich, dass es anders gekommen ist.“
Musik zum Teilen – so gut kann Hilfe klingen!

Ein Aufruf zur Beteiligung. Brot für die Welt sucht Musikerinnen und Musiker, die eine Benefizaktion zugunsten des Projekts Gitarren statt Gewehre unter dem Motto Musik zum Teilen auf die Beine stellen.

Länge: 1:59 min | Datum: 07.07.2015

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Gitarren statt Gewehre

PowerPoint-Präsentation zum Projekt

Größe: 5.8 MB | Datum: 20.06.2014

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Projektinformation: Gitarren statt Gewehre
Zehntausende Kinder wurden in den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 20 Jahre zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Ausbildungszentrum der Baptisten in Bukavu im Osten des Kongo ermöglicht einigen von ihnen einen Neustart im zivilen Leben.
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DR Kongo: Gitarren statt Gewehre
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Präsentation zum Projekt des Projektpartners CBCA aus der DR Kongo
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Verpflegung eines Heimkindes pro Monat
€ 20
Materialien zum Nähen, Drucken und Batiken pro Kind und Jahr
€ 40
Monatliches Gehalt einer Lehrerin
€ 80
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Projektinformationen
Bangladesch: Schreiben statt schrubben
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Projekt-Flyer
Bangladesch: Schreiben statt schrubben
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Flyer zum Projekt
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Sorgfältig geht Justin Murhula Bashimbe mit dem Schleifpapier über die Ecken der Bundstäbe, die er gerade in das Griffbrett einer E-Gitarre gesetzt hat. Die Werkbank des 27-Jahrigen befindet sich im „Zentrum für berufliche und handwerkliche Bildung“ der ostkongolesischen Metropole Bukavu. Das Ausbildungszentrum wurde 1982 von der Gemeinschaft der Baptisten in Zentralafrika (CBCA) gegründet. Es bietet Ausbildung und Qualifizierung in 19 Berufsfeldern an, unter anderem im Gitarrenbau.

Zum Kämpfen gezwungen

Dass Murhula Bashimbe heute hier arbeitet, verdankt er Magadju Cibey, dem leitenden Psychologen des Zentrums. Der nämlich lud vor rund neun Jahren etwa 250 ehemalige Kindersoldaten zu einer Führung durch die Werkstatten ein. An dem Rundgang nahm auch der damals 18-jährige Murhula Bashimbe teil, der gerade erst seine Waffe abgegeben hatte. Im zivilen Leben fühlte er sich fremd und nutzlos. Mit 13 Jahren war er von Rebellen verschleppt und wie Tausende andere Kinder im Ost-Kongo zum Kämpfen gezwungen worden.

Im Leben angekommen

„Anfangs war Justin sehr aggressiv“, sagt Cibey. Doch die Geduld mit ihm zahlte sich aus. „Inzwischen ist er sehr umgänglich und hilfsbereit“, sagt der Psychologe. Murhula Bashimbe selbst fühlt sich mittlerweile im zivilen Leben angekommen. „Heute habe ich eine Frau und drei Kinder“, erzahlt Murhula Bashimbe. „Das hätte ich mir vor zehn Jahren nicht träumen lassen.“

Ein Satz Saiten für eine akustische Gitarre
€ 7,50
Jährliche Kosten für die Ausbildung einer Person
€ 40
Monatliches Honorar eines Ausbilders/einer Ausbilderin
€ 111
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Projektinformation: Gitarren statt Gewehre
Zehntausende Kinder wurden in den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 20 Jahre zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Ausbildungszentrum der Baptisten in Bukavu im Osten des Kongo ermöglicht einigen von ihnen einen Neustart im zivilen Leben.
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Fotoserie zum Projekt "Gitarren statt Gewehre"
Die Fotoserie besteht aus zehn Fotos im Format 20x30 cm sowie den dazugehörigen Begleittexten. Daraus lassen sich sehr einfach Stellwandausstellungen erstellen.
Faltblatt: Gitarren statt Gewehre
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Aktualisiert am 19.05.2016

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