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Nach Unwetter in Bayern: Hilfe für die Betroffenen

Annette Wiebe betreut die Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe in Deutschland und Osteuropa. Ende August besuchte sie in Bayern die Betroffenen der schweren Unwetter, die im Juni über das Land zogen.

 

Von Online-Redaktion am

Annette Wiebe betreut die Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe in Deutschland und Osteuropa. Ende August besuchte sie in Bayern die Betroffenen der schweren Unwetter, die im Juni über das Land zogen.

Es waren nur wenige Minuten, doch sie änderten das ganze Leben der Betroffenen: Innerhalb kürzester Zeit schwollen durch starke Regenfälle Anfang Juni 2016 kleine Bäche zu reißenden Fluten an – ganze Häuser, Straßen und Gärten im Landkreis Rottal Inn in Bayern wurden tsunamiartig überschwemmt und zerstört. Sieben Menschen starben. Rund 5000 Haushalte waren insgesamt betroffen. Viele Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Persönliche Gegenstände, Dokumente und Erinnerungen gingen für immer verloren.

Unbewohnbare Häuser

Drei Monate nach den Sturzfluten ist die Verwüstung bei meinem Besuch vor Ort in Simbach am Inn noch stark zu sehen. Die Normalität ist bei weitem nicht zurückgekehrt: Wir laufen über verwüstete Straßen mit zumeist unbewohnten Häusern, die an eine Geisterstadt erinnern. Einige Häuser müssen komplett abgerissen werden. Das sind oftmals die mit einem Ölschaden – zur Warnung sind sie deutlich gelb markiert.

Für die Betroffenen ist nichts mehr so, wie es vorher war. Das spüre ich sehr deutlich, beispielsweise bei unserem Besuch bei Familie Prvulovic: Die Räume im Haus der Familie sind leer, kein Putz ist mehr an den Wänden. Es riecht noch immer modrig – trotz der Bautrockner, die Tag und Nacht im Einsatz sind. Noch Monate werden vergehen, bis die Familie aus einer notdürftigen Übergangswohnung zurückkehren kann. Der Neuanfang und der Wiederaufbau lasten schwer auf der Familie. Sie können noch immer nicht fassen, was passiert ist.

Hilfen für den Neuanfang

Nach den Sturzfluten entschied sich die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit dem Diakonischen Werk Bayern schnell, den Menschen Hilfe zu leisten. Um den akuten Bedarf zu decken, verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe Haushaltsbeihilfen in Höhe von bis zu 1.500 Euro, damit Gegenstände wie Decken, Kleidung und Geschirr wieder beschafft werden können. Auch Trockner werden zur Verfügung gestellt. Zudem ist direkt im Rathaus von Simbach eine Beratungsstelle der Diakonie eingerichtet worden. Die Sozialarbeiterin Judith Hartinger (siehe Foto) und ihre Kolleginnen und Kollegen bieten hier regelmäßige Sprechstunden für Betroffene in Not an und unterstützen die Menschen beim Beantragen von Hilfen. Für besondere Härtefälle steht weitere finanzielle Hilfe bereit. Auch psycho-soziale Unterstützung zur Bearbeitung von Traumata ist geplant.

 

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