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Flüchtlinge vor dem Winter schützen

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit befinden sich viele Geflüchtete in doppelter Not. Zusätzlich zu den psychischen und körperlichen Strapazen der Flucht kommen winterliche Temperaturen, Regen, Schnee und die Sorge um ein festes Dach über dem Kopf. Auf dem Westbalkan sinken die Temperaturen nachts bereits bis auf den Gefrierpunkt, im Winter bis auf -20 °C. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist gemeinsam mit ihren lokalen Partnern entlang der Flüchtlingsroute in Griechenland und Serbien aktiv und verteilt Winterpakete an die Geflüchteten vor Ort. In den Flüchtlingscamps in Jordanien, im Libanon, Irak und in der Türkei hingegen harren Tausende syrische Flüchtlinge seit Monaten in der Hoffnung auf eine sichere Zukunft aus. Auch hier sind die Menschen an den Grenzen ihrer Kapazitäten. Bald wird der Winter Einzug in die Region halten: Die Versorgung mit warmer Kleidung, Decken und Heizmaterial soll die Menschen vor Kälte und Frost schützen und ihnen über den Winter helfen.                        

 

Von Online-Redaktion am

Engpässe auf der Balkanroute

Bis zu 7.000 Flüchtlinge kommen täglich über Griechenland und Mazedonien nach Serbien, die meisten von ihnen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, um von dort über Österreich nach Deutschland und in die skandinavischen Länder weiterzuziehen. Die Schließung der kroatisch-ungarischen Grenze zwingt die Menschen nun nach Slowenien auszuweichen, um an ihr Ziel zu gelangen. Aufgrund der Engpässe sitzen Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks UNHCR zufolge mehr als 10.000 Menschen auf der Balkanroute fest. Die Versorgungsstationen sind überlastet, es fehlt an wetterfesten Unterkünften, medizinischer Versorgung und  Hilfskräften. Viele der Geflüchteten müssen unter freiem Himmel übernachten. Speziell schwangere Frauen, Kleinkinder und ältere Menschen sind durch das  zunehmend kalte Wetter gefährdet. Die serbische Regierung kann aktuell nur 800 Schlafplätze in beheizbaren Unterkünften zur Verfügung stellen, weitere sind in Planung. Aufgrund des nahenden Winters und der Angst vor weiteren Grenzschließungen versuchen die Geflüchteten jedoch so schnell wie möglich an ein sicheres Ziel zu kommen. Viele vermeiden die offiziellen Flüchtlingszentren und suchen den direkten Weg in die nordeuropäischen Länder.

Warten auf die Zukunft – Leben im Flüchtlingscamp

Fast fünf Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien schon an. Mehr als zwölf Millionen Menschen sind in Syrien und den Anrainerstaaten vor Gewalt und Zerstörung auf der Flucht. Täglich werden es mehr. Ein weiterer Schwerpunkt der Nothilfe ist daher die Unterstützung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in Syrien und den angrenzenden Nachbarländern. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe in Syrien, Jordanien, im Irak, Libanon und in der Türkei insbesondere Geflüchtete, die nicht in offiziellen Flüchtlingscamps Zuflucht finden. Außerdem werden Gemeindezentren an verschiedenen Orten unterstützt, die Menschen Schutz geben und Sprachkurse, berufliche Beratung sowie Aktivitäten für Frauen und Kindern anbieten. In den bevorstehenden Wintermonaten benötigen die Menschen dringend feste Unterkünfte, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle. Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt die genannten Hilfsgüter, unterstützt die Flüchtlinge aber auch mit Zahlungen von Mietzuschüssen sowie der Verteilung von Geldkarten (Cash Assistance).

Neben der Versorgung der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen ist die psychosoziale Unterstützung zur Bewältigung von Kriegstraumata von großer Bedeutung. Viele Menschen leben seit Monaten, teilweise seit Jahren auf der Flucht in einer Übergangssituation. Die Traumaarbeit stärkt die Betroffenen und hilft ihnen, die Erfahrungen von Gewaltkonflikten und den Verlust von Heimat zu verarbeiten.

 

 

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