Blog-Beitrag

Kolumbien: Auszeichnung für Nothilfeprojekte

Von Online-Redaktion am

Drei Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe wurden am Internationalen Tag der Humanitären Hilfe am 20. August vom UN-Büro für humanitäre Hilfe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota ausgezeichnet.

In zwei Projekten der Partnerorganisationen Fundación Tierra de Paz, Pastoral Social Guapi und Corporación Manigua wurden die indigene und afro-kolumbianische Landbevölkerung aus Cauca und Caqueta sowie Timbiquí und Guapí mit Grundnahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt. Außerdem wurde die hygienische Lage in den Notunterkünften verbessert, indem die sanitären Anlagen erneuert wurden. In den Projektregionen sind die Menschen andauernd durch den bewaffneten Konflikt bedroht. Daher wurde mit ihnen Pläne ausgearbeitet, wie sie im Ernstfall am besten das Gebiet verlassen können und die Evakuierung geübt.

Außerdem wurde ein Projekt des Partners Benposta Cordoba ausgezeichnet. Die Region Cordoba ist häufig von Naturkatastrophen betroffen und ebenfalls eine Konfliktregion. Kindern und Jugendliche, die in Gefahr laufen von den Konfliktparteien rekrutiert zu werden, werden in dem Projekt darin unterrichtet, wie sie sich in Notsituationen verhalten müssen. In neu aufgebauten Baumschulen werden Pflanzen gezüchtet, mit denen die Region wieder aufgeforstet werden kann. Darüber hinaus wurde eine Gemeinschaftsküche zur Verpflegung der Jugendlichen eingerichtet.

Kolumbien gehört zu den neun Krisen, die als vergessene Katastrophen eingestuft werden, und weist die zweitgrößte Anzahl intern vertriebener Menschen auf. Nach einer Studie des IDMC  steht Kolumbien sogar an erster Stelle: zwischen 4,9 und 5,5 Millionen Menschen mussten in dem beinahe sechs Jahrzehnte andauernden Konflikt ihre Heimat verlassen.

Es wird geschätzt, dass im Jahr 2012 39 Prozent der intern vertriebenen Bevölkerung  der indigenen oder afrokolumbianischen Bevölkerungsgruppen zuzuordnen war. Diese leben zumeist in abgelegenen, ländlichen Gebieten, in denen staatliche und vor allem soziale Einrichtungen kaum präsent sind. Die staatlichen Behörden sind nicht in der Lage der Notlage zu begegnen und Hilfe zu leisten.

Das Gruppenfoto zeigt (von links): Christine Grawunder (Diakonie Katastrophenhilfe), Wilfrido Sinisterra García (PSG), Luz Elena Sánchez Negrete (Benposta Córdoba), Silvia Ostberg (Diakonie Katastrophenhilfe), Nelson Hoyos (Corpomanigua), eine ehrenamtliche Mitarbeiterin von Benposta Córdoba, Luz Nery Florez (Diakonie Katastrophenhilfe/PSG), Raúl Sotelo (Corpomanigua) und Orlando Ortiz (Diakonie Katastrophenhilfe).

 

Helfen Sie mit einer monatlichen Spende: Fördermitglied werden