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Irak: Außenminister Steinmeier besucht Hilfsaktion

Von Online-Redaktion am

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich am heutigen Samstag die Verteilung von Hilfspaketen an Flüchtlinge durch die Diakonie Katastrophenhilfe in Erbil im Nordirak angesehen. Wir versorgen dort Familien, die vor dem Vormarsch der Kämpfer des IS (Islamischer Staat) geflohen sind. Vor allem ethnische und religiöse Minderheiten wie Christen und Jesiden mussten sich vor den Truppen in Sicherheit bringen. Das Auswärtige Amt unterstützt unsere Arbeit im Nordirak mit zwei Millionen Euro.

Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, sagte beim Besuch des Ministers: „Es ist gut, dass die Bundesregierung die Situation ernst nimmt. Mit dem Abwurf von Wasser und Lebensmitteln ist es nicht getan. Wir müssen uns darauf einstellen, über Monate, vielleicht Jahre in der Region Hilfe zu leisten, solange kein Frieden herrscht.“ Die Diakonie Katastrophenhilfe versorgt vertriebene Familien in den kurdischen Städten Erbil, Dohuk und Suleimaniyah mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Basis-Hygieneartikeln wie Seife und Handtücher.

Bundesaußenminister Steinmeier besuchte auch die Aashtar-Schule im Stadtteil Ainkawa in Erbil. Diese Schule dient als notdürftige Unterkunft für etwa 300 Personen. Es ist 45 Grad heiß - der heißeste Monat in Erbil. Fünf bis sechs Familien teilen sich ein Klassenzimmer, notdürftig eingerichtet mit Matratzen und Kocher. Trotzdem sagt Sedardar Rashid, der mit seiner Frau und drei Kindern vor elf Tagen aus einem Dorf bei Mossul geflohen ist: „Es ist sicher hier. Wir müssen nicht mehr um unser Leben fürchten. Wir erhalten Lebensmittel und Trinkwasser.“ Bis auf ihre Papiere und etwas Bargeld hat die Familie alles zurückgelassen.

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Hero Anwar, die Mitarbeiterin der lokalen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, sagt: „Die Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft ist sehr groß.“ Die kurdische Regierung erwägt bereits die Schulferien, die eigentlich am 1. September enden, um einen Monat zu verlängern, da viele Schulen als Unterkunft dienen. Seit Beginn der IS-Offensive im Juni sind 350.000 irakische Menschen in die kurdische Region gekommen. In den drei Verwaltungsbezirken Dohuk, Erbil und Suleimaniyah leben zudem etwa 230.000 syrische Flüchtlinge.

Und der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist bereits seit 2010 im Irak tätig.

Anne Dreyer, Sprecherin Diakonie Katastrophenhilfe

 

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