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Mit sozialer Grundsicherung Armut bekämpfen

Eigenes Geld schafft Perspektiven – das erleben auch die Familienangehörigen von Moumouna Garraba im Niger jeden Tag. Sie fangen Fische im Fluss und frittieren sie, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Diese Einnahmen helfen der Familie sehr. Doch nicht überall können sich arme Menschen selbst helfen – deswegen setzt sich "Brot für die Welt" für Grundsicherungssysteme ein. Denn soziale Sicherheit ist ein Menschenrecht.

Das erste Millennium-Entwicklungsziel, die Zahl der hungernden und in absoluter Armut lebenden Menschen bis zum Jahr 2015 zu halbieren, ist in weite Ferne gerückt. Momentan hungern mehr als eine Milliarde Menschen, ein Fünftel der Weltbevölkerung muss mit einem Einkommen von weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Die Betroffenen leiden nicht nur an der materiellen Armut, sie sind auch von nahezu jeglicher sozialer und politischer Teilhabe ausgeschlossen.

In den Ländern des Südens arbeiten viele Menschen außerhalb der formal geregelten Wirtschaftsbereiche als Landarbeiter, Händler oder Kleingewerbetreibende. Sie sind nicht sozialversichert und können sich keine Versicherungen, wie wir sie kennen, leisten. Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit muss ohne einen zuverlässigen Schutz vor den Risiken von Alter, Krankheit oder Arbeitslosigkeit auskommen.

Soziale Sicherheit und ein angemessener Lebensstandard sind Menschenrechte. Eine Möglichkeit, den Ärmsten der Armen zu diesen Rechten zu verhelfen, sieht "Brot für die Welt" in der sozialen Grundsicherung.

Unter "sozialer Grundsicherung" verstehen wir Instrumente und Programme,...

  • die Individuen und Haushalte vor den schlimmsten Formen von Armut bewahren,
  • eine Vererbung der Armut an die nächste Generation verhindern und
  • den Menschen die Möglichkeit bieten, sich aus der Armut zu befreien.

Bedürftige erhalten die Leistungen der sozialen Grundsicherung, die sogenannten Sozialtransfers, ohne dass sie Vorleistungen erbringen oder Mitglied einer spezifischen Gemeinschaft sein müssen. Die gewährten Leistungen müssen nicht zurückgezahlt werden.

Indem sie Armut bekämpfen, für eine gleichmäßigere Einkommensverteilung sorgen und das Wirtschaftswachstum fördern, steigern Systeme der sozialen Grundsicherung die Zufriedenheit der Bürger, verbessern die Akzeptanz des politischen Systems und des Staates und stärken den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Es gibt direkte und indirekte Sozialtransfers:

  • Direkte Sozialtransfers werden unmittelbar an die Leistungsempfänger ausgezahlt. Das kann mit Geldtransfers, Gutscheinen oder Sachmitteln geschehen.
  • Indirekte Sozialtransfers sollen die Ausgaben der Empfänger senken – indem die am meisten benötigten Güter günstiger werden. Das ist möglich mit Subventionen auf Konsumgüter (etwa Lebensmittel, Energie, Wohnraum) oder Iinvestitionen in Menschen (Bildungsangebote oder Gesundheitsdienstleistungen).

Eine weitere Unterscheidung betrifft den Kreis der Bezugsberechtigten:

  • Pauschale Transfers stehen allen Mitgliedern oder einer Teilgruppe der Gesellschaft – etwa allen Kindern – zu.
  • Bedarfsabhängige Transfers sind nur für die bestimmt, die sie auch tatsächlich benötigen.

Insbesondere die armen Länder des Südens werden kurzfristig nicht in der Lage sein, die für soziale Grundsicherungssysteme erforderlichen Finanzmittel allein aus eigenen nationalen Mitteln aufzubringen. Sie benötigen zusätzliche Unterstützung im Rahmen bilateraler oder internationaler Zusammenarbeit.

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