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Gottesdienst in einer südafrikanischen Gemeinde.
Südafrika ist ein christlich geprägtes Land. 80 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, aber nur die Hälfte gehört einer der bekannten Konfessionen wie den Katholiken, Anglikanern, Reformierten oder Lutheranern an. Sie sind im Südafrikanischen Kirchenrat zusammengeschlossen. Die andere Hälfte der Christen gehört den zahlreichen Pfingstkirchen amerikanischer oder afrikanischer Prägung an. Während der Apartheidszeit war der Südafrikanische Kirchenrat ein scharfer Kritiker des Regimes. Nach dem Ende der Apartheid zogen sich die Kirchen mehr und mehr von der politischen Bühne zurück. Bis auf einige Ausnahmen, wie etwa den populären Erzbischof Tutu aus Kapstadt, hält man sich mit politischer Kritik gegenüber der ANC-Regierung weitgehend zurück.
In Deutschland pflegen einige Landeskirchen und Missionswerke und eine sehr große Zahl von Kirchenkreisen Partnerschaften mit Kirchen und Gemeinden in Südafrika. Meistens handelt es sich um enge Beziehungen zu „schwarzen“ Kirchen, die ihren Ursprung in Missionen aus Deutschland haben. Entstanden sind diese Partnerschaften häufig schon vor 20 bis 30 Jahren. Der Schwerpunkt lag damals auf der Unterstützung der Kirchen in ihrem Kampf gegen die Apartheid. Heute besteht er eher darin, die Kirchen in ihrem Engagement gegen Armut und Aids und für den Aufbau des „neuen“ Südafrikas zu unterstützen.
Lebendige Partnerschaften
Außerdem rückt neben der solidarischen Unterstützung auch das Voneinander-Lernen in den Vordergrund. Herzstück der Partnerschaften sind die gegenseitigen Besuche, bei denen man den Alltag des jeweils anderen kennenlernt, miteinander Gottesdienst feiert, aber auch soziale oder diakonische Projekte besucht.
Gottesdienste in vielen Sprachen
Seit etwa 50 Jahren entsendet die Evangelische Kirche in Deutschland auch Pfarrer und Pfarrerinnen in deutschsprachige Gemeinden ihrer Partnerkirchen: in die „Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika (Natal-Transvaal)“ (Großraum Johannesburg, Durban, Pietermaritzburg) und in die „Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika (Kapkirche)“ (Kapstadt, Gardenroute, Port Elizabeth). Diese ehemals weißen Kirchen haben ihre Ursprünge in den Auswanderungen deutscher Siedler vor mehr als 100 Jahren. Sie sind inzwischen jedoch in den Großstädten längst multikulturell und bieten auch mehrsprachige Gottesdienste an. Wie die anderen Kirchen sind auch sie sozial und diakonisch aktiv, pflegen gute und enge Kontakte zu den Schwesterkirchen und setzen sich angesichts von Kriminalität und Fremdenangst für die Versöhnung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ein.
Projekte gegen Armut
Die beiden großen evangelischen Entwicklungswerke „Brot für die Welt“ und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) fördern zahlreiche Projekte im südlichen Afrika. Sie unterstützen kirchliche Partner ebenso wie auch andere Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung, Gesundheit, Bildung, Frieden und Menschenrechte sowie HIV/Aids.