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Indonesien

Miteinander statt nebeneinander

Bei diesem Rollenspiel streiten zwei Bauern um Wasser für ihre Reisfelder. Foto: Gabriele Wägerle

In Indonesien leben mehr als 300 Volksgruppen mit ganz unterschiedlichen Religionen. Karte: Jochen Fischer

Das Suharto-Regime siedelte von 1969 bis 1998 fast sieben Millionen Menschen um. Foto: Gabriele Wägerle

Das Zusammenleben von Angehörigen unterschiedlicher Religionen war schwierig. Foto: Gabriele Wägerle

Gereja Toraja will Vorurteile und Ängste durch gemeinsame Aktivitäten abbauen. Foto: Gabriele Wägerle

Buddhisten feierten 2006 ihr höchstes Fest gemeinsam mit Menschen anderer Religionen. Foto: Gabriele Wägerle

Anfangs konnten sich Imam Syamsul und der buddhistische Geistliche Riyanto nicht ausstehen. Heute sind sie Freunde. Foto: Gabriele Wägerle

Inzwischen haben die Bewohner gelernt, ihre Emotionen zu kontrollieren. Foto: Gabriele Wägerle

Bei Seminaren von Gereja Toraja werden Konfliktlösungsmethoden eingeübt. Foto: Gabriele Wägerle

"Wir haben gemerkt, dass wir gar nicht so verschieden sind." Foto: Gabriele Wägerle

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Seit Ende der neunziger Jahre kommt es auf der indonesischen Insel Sulawesi immer wieder zu gewalttätigen Konflikten. Die protestantische Glaubensgemeinschaft Gereja Toraja fördert den Dialog der Religionen und Kulturen – und leistet so einen wichtigen Beitrag zu Frieden und Verständigung.

Dass selbst kleine Gesten große Irritationen auslösen können, hat Endang schon selbst erfahren. "Vor ein paar Jahren hatte ich einen Gast zum Essen", erinnert sich der Vorsitzende des Dorfzentrums von Sulobaja. "Während wir aßen, bemerkte ich, dass er noch nichts zu trinken hatte." Als Endang ihm ein Glas Wasser holte, hörte der Gast auf zu essen, stand auf und verschwand wortlos. "Ich war ratlos", erzählt Endang. "Später erfuhr ich, dass man in der Heimat meines Gastes erst nach dem Essen Wasser reicht. Er war also verärgert, weil er dachte, er solle aufhören zu essen."

Unterschiedliche Sprachen, Gesten und Rituale
Sulobaja ist die Abkürzung für Sulawesi, Lombok, Bali und Java – von diesen vier Inseln stammen die 480 Familien, die das Dorf im Südwesten der indonesischen Insel Sulawesi Anfang der neunziger Jahre gründeten. Die Umsiedlung war Teil des Transmigrasi-Projektes, mit dem das Suharto-Regime versuchte, den Bevölkerungsdruck auf die dicht besiedelten Inseln Java und Bali zu senken. Doch das Zusammenleben von Angehörigen unterschiedlicher Kulturen und Religionen gestaltete sich schwieriger als gedacht. In Sulobaja etwa kamen Muslime, Christen und Hindus aus verschiedenen Volksgruppen zusammen, die unterschiedliche Sprachen, Gesten und Rituale mitbrachten. Immer wieder kam es zu Spannungen.

Friedens- und Versöhnungsprogramm
Dass sich dies in den letzten Jahren geändert hat, ist in erster Linie Gereja Toraja, der Toraja-Kirche, zu verdanken. Angesichts der zunehmenden gewalttätigen Konflikte startete die protestantische Glaubensgemeinschaft im Jahr 2000 mit finanzieller Unterstützung von "Brot für die Welt" ein Friedens- und Versöhnungsprogramm im Süden Sulawesis. Einmal im Jahr veranstaltet die Organisation seitdem einen interreligiösen Dialog, bei dem lokale Vertreter aller ortsansässigen Religionen zusammenkommen. Noch wichtiger für das gegenseitige Verständnis sind jedoch die von Gereja Toraja initiierten Begegnungen im täglichen Leben. So besuchen sich die Angehörigen verschiedener Religionen an Feiertagen wie Weihnachten oder dem Tag des Fastenbrechens. Und die Volksgruppen organisieren kulturelle Veranstaltungen, bei denen sie sich gegenseitig traditionelle Riten und Gebräuche erklären.

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