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Kolumbien

Ein Zuhause für die Ausgestoßenen

Das soziale Gefälle in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá ist enorm. Villenviertel und Slums prägen das Stadtbild.

David Ballén lebt mit der Mutter und seinen Geschwistern in beengten Verhältnissen.

Die Fundación Creciendo Unidos bietet Kindern eine schulische und berufliche Bildung.

Die Stiftung betreibt auch eine Schule für Kinder, die von den staatlichen Schulen ausgeschlossen wurden.

Die Klassenräume der FCU-Schule sind geräumig und mit genug Schulmaterial und Möbeln ausgestattet.

Nach wie vor arbeiten viele der Kinder und helfen so der Familie, das nötige Geld zum Leben zu beschaffen. 

Über die Stiftung können Kinder und Jugendliche eine Ausbildung zum Bäcker oder Schreiner absolvieren.

Das gemeinsame Mittagessen ist für viele Schüler die einzige warme Mahlzeit, die sie am Tag erhalten.

Laura wohnt in einer Hütte mit zwei Betten, einem Schrank und Tisch. Ihr großer Traum: Tierärztin werden.

"Brot für die Welt" setzt sich dafür ein, dass viele Menschen Zugang zu guter Bildung bekommen.

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Im Süden von Bogotá leben drei Viertel aller Familien in Armut. Die Zahl der Schulabbrecher ist hoch, viele Jugendliche wachsen ohne Perspektive auf. Die Fundación Creciendo Unidos (FCU) hilft denen, die am staatlichen Schulsystem gescheitert sind.

Als David Ballén zehn Jahre alt war, wussten die Lehrerinnen der staatlichen Schule "Gran Colombia" nicht mehr, was sie noch mit ihm machen sollten. David ärgerte unaufhörlich seine Mitschüler, störte den Unterricht und weigerte sich beharrlich, lesen und schreiben zu lernen. "Er war ein fürchterlicher Junge", erinnert sich die Lehrerin Elizabeth Vergara. Ihr einziger Ausweg war es, den Jungen zur Fundación Creciendo Unidos zu schicken.

Offene Türen für die Schwächsten
Die Fundación Creciendo Unidos ("Stiftung Gemeinsam Wachsen”) gibt es seit 1986. Ursprünglich wurde sie gegründet, um arbeitenden Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen. Heute unterhält die Stiftung neben Einrichtungen für Nachhilfeunterricht, Musik, Tanz und Fotografie auch eine Schule für Kinder, die von den staatlichen Schulen ausgeschlossen wurden. "Sei es, weil sie in ihrer schulischen Entwicklung zurückgeblieben sind oder sei es wegen auffälligen Verhaltens", erklärt Salomón González, Koordinator von FCU. Viele der Schüler kommen aus zerrütteten Familien, alle aus einem armen Elternhaus.

Auch David. Zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern stellt der Junge zu Hause Lumpen zum Reinigen von industriellen Maschinen her. In der Schule von FCU lernt er lesen und schreiben und wird langsam an naturwissenschaftliche Fächer herangeführt. Nach nur einem Jahr findet David sich in der Welt der Buchstaben und Worte gut zurecht. Sein soziales Verhalten hat sich positiv verändert. Und FCU löst eines seiner größten Probleme: Er erhält ein Pausenbrot und ein Mittagessen.

Vom Straßenkind zur Studentin
Der Traum vieler Schüler ist es, einmal Arzt zu werden. Doch dazu müssen sie erst einmal das Abitur schaffen. Dass das auch für ein Mädchen aus den Armenvierteln Bogotás möglich ist, zeigt das Beispiel von Lina Martínez. Die 21-Jährige verkaufte als kleines Kind im Zentrum der Hauptstadt Süßigkeiten. Als sie acht war, begann sie bei FCU lesen und schreiben zu lernen. Inzwischen studiert sie Erziehungswissenschaften. An den Wochenenden engagiert sie sich ehrenamtlich für die Organisation: "Ich will erreichen, dass die Kinder genauso wie ich die Chancen ergreifen, die ihnen die Stiftung bietet."

Kolumbien: Ein Zuhause für die Ausgestoßenen
Länge: 3:38 min

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