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Viele Kleinunternehmer und Bauern auf den Philippinen leben am Rande des Existenzminimums. Dabei sind häufig nur geringe Investitionen nötig, um ihr Überleben dauerhaft zu sichern. Der ökumenische Kreditfonds ECLOF stellt Armen und Benachteiligten Darlehen zu fairen Bedingungen zur Verfügung.
Rot funkelnd steht die nagelneue Dreschmaschine am Rande des Reisfelds und trennt unter ohrenbetäubendem Lärm die Reiskörner vom Stroh. Erlinda und Reynaldo Cervantes lächeln zufrieden. Im ganzen Dorf gibt es nur drei solcher Maschinen. "Früher mussten wir uns während der Ernte eine davon leihen und dafür sieben von 100 Säcken Reis an den Besitzer abgeben", erzählt Erlinda. Dank ECLOF haben sie das nun nicht mehr nötig. Die Organisation hat ihnen einen Kredit gewährt, mit dem sie das rund 200 Euro teure Gerät kaufen konnten.
In der Stadt und auf dem Land
ECLOF steht für "Ecumenical Church Loan Fund" und ist ein ökumenischer Darlehensfonds mit Sitz in Genf. Die Organisation bietet faire Kredite in rund 30 Ländern an, unter anderem auf den Philippinen. "Unser vorrangiges Ziel ist es, diejenigen Armen zu unterstützen, die als Kleinunternehmer oder Kleinbauern ihre Familien ernähren, aber von den Banken keine Kredite bekommen", sagt Larry Millan, Leiter von ECLOF Philippinen. Seine Organisation mit 55 Mitarbeitenden ist sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten tätig. In den ländlichen Regionen hat ECLOF Philippinen sein Engagement neuerdings stark ausgeweitet. "Zum einen, weil Lebensmittel knapp waren und wir zur Ernährungssicherheit beitragen wollten", erläutert Larry Millan. "Zum anderen, weil es nur wenige Organisationen auf den Philippinen gibt, die Kredite an Kleinbauern vergeben."
Faire Bedingungen
Im Unterschied zu den Banken gewährt ECLOF auch Kunden Darlehen, die über keine Sicherheiten verfügen. "Voraussetzung ist aber, dass jemand Erfahrung in seiner Tätigkeit hat und dass die zu erwartenden Gewinne die Ausgaben übertreffen", erklärt Larry Millan. Bei drei Prozent pro Monat liegt gegenwärtig der Zinssatz der Organisation: Das ist weit weniger als private Geldverleiher verlangen, die häufig für Arme die einzige Alternative sind.
Die Rückzahlungsquote der vergebenen Kredite lag im Jahr 2008 bei 85 Prozent. Auch wenn sich ECLOF Philippinen über die Zinsen der Kreditrückzahlungen selbst trägt, benötigt die Organisation für die Kreditvergabe doch Zuschüsse aus der Zentrale in Genf. Die wiederum wird von kirchlichen Hilfswerken wie "Brot für die Welt" unterstützt.