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Kommerzieller Holzeinschlag und Brandrodungen setzen dem Regenwald im Kongo zu. Experten warnen vor den Folgen für das Weltklima. Die Umweltorganisation CEDEN macht sich für einen nachhaltigen Umgang mit dem Tropenwald stark.
"Unser Wald ist bedroht", sagt Félicien Ikomo Nkuli aus Ikoko-i-Mpenge, einem typischen Regenwalddorf in der Demokratischen Republik Kongo. Es sind unruhige Zeiten. "Neulich", erzählt Ikomo Nkuli, "waren Männer von einer Holzfirma hier. Sie haben die Fällerlaubnis vom Staat."
Holzfirmen fällen im großen Stil
Im Kongobecken liegt das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Holzfirmen ziehen im großen Stil Tropenhölzer aus dem grünen Dickicht und Kleinbauern brennen sich Flächen für den Ackerbau frei. Beides zusammen gibt eine unheilvolle Mischung: Klimaexperten warnen vor den Folgen für das Weltklima, wenn der Raubbau am Regenwald nicht bald gebremst wird.
Die Dorfbewohner werden von den Holzfirmen ausgenutzt
"Wir haben in unseren Wäldern kaum noch Rechte", klagen die Dorfbewohner. Die Männer der kongolesischen Umweltorganisation Cercle pour la Défense de l’Environnement (CEDEN), die das Dorf besuchen, haben ihnen eine kleine Broschüre mitgebracht - das Forstgesetz in Comicbildern und mit kurzen Texten. Zwar hat der Staat die Waldgebiete an industrielle Holzfäller vergeben, doch müssen die Firmen laut Gesetz mit den Dörfern in ihren Konzessionsgebieten verhandeln und ihre Infrastruktur stärken. "Die Rechte und Pflichten der Holzfirmen sind den Dorfbewohnern meist nicht bekannt", sagt Matthieu Yela Bonketo, Koordinator von CEDEN. Da gebe dann manch ein Dorfchef das örtliche Waldgebiet für ein paar Matratzen, Stühle, Dachziegel oder Seifenstücke ab, anstatt auf den Bau einer Schule oder Gesundheitsstation zu drängen.
"Nehmt das Feuer als Helfer, nicht als Zerstörer"
Vor allem aber machen sich die Bewohner von Ikoko-i-Mpenge Sorgen um ihre täglich Nahrung: "Unsere Frauen laufen drei, vier Stunden bis zu ihren Feldern", erzählt Félicien Ikomo Nkuli. "Sie arbeiten hart, um dem Boden ein bisschen Mais, Maniok oder Süßkartoffeln zu entlocken." Denn nach der Brandrodung treiben Wind und Regen Asche und oberste Erdschicht weg, so dass der Boden schnell seine Kraft verliert. Nach zwei, drei Jahren ziehen die Frauen dann weiter. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt: "Nehmt das Feuer als Helfer, nicht als Zerstörer", sagt Matthieu Yela Bonketo. "Brennt nur kleine Parzellen ab. Achtet darauf, dass die Felder geschützt sind, damit der Wind nicht die Asche mitsamt den guten Stoffen wegweht."