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Von der Arbeit in die Schule – für diese Kinder hat sich ein Traum erfüllt. Foto: Jörg Böthling
1. Armutsbekämpfung
Die Ausbeutung von Kindern kann dauerhaft nur dann zurückgedrängt werden, wenn Armut wirksam bekämpft wird. Dazu gehören auf internationaler Ebene Entschuldungsprogramme und eine Verbesserung des Zugangs zu den Märkten der Industrieländer, damit Bildung für alle Kinder finanzierbar wird. Auf nationaler Ebene sind Programme zur Armutsbekämpfung vonnöten. In vielen Ländern ist die Landreform eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch Kleinbauern ihre Familien ausreichend ernähren können. Wichtig sind aber auch der Ausbau und die Qualifizierung des Bildungswesens sowie die Verbesserung der Stellung von Mädchen und Frauen.
2. Förderung der nationalen Bildungspolitik
Der Staat hat für eine Grundbildung zu sorgen, die für alle Kinder zugänglich, obligatorisch und kostenlos ist. Vordringlich ist daher der Auf- und Ausbau eines Bildungswesens, das auch Kindern aus ärmsten Familien zugute kommt und deren Lerninhalte und Unterrichtsmethoden die Eltern vom Nutzen für ihre Kinder überzeugt. Bis dieses Ziel erreicht ist, sind informelle Bildungsprogramme von Nichtregierungsorganisationen und Kirchen sinnvoll, sofern sie den Bedürfnissen und Lebenssituationen der Kinder entsprechen. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass sie den Kindern den Übergang in das staatliche Bildungssystem ermöglichen.
3. Stärkung der Zivilgesellschaft
Wie die Erfahrungen mit den ILO-Konventionen 29 zur Abschaffung der Sklaverei und 138 "über das Mindestalter für die Zulassung zu einer Beschäftigung" gezeigt haben, können Nichtregierungs- organisationen wesentlich zur Einhaltung von international anerkannten Arbeitsnormen beitragen. Die Stärkung von Nichtregierungsorganisationen einschließlich der Gewerkschaften und der Selbstorganisationen arbeitender Kinder gehört deshalb zu den Grundvoraussetzungen für eine wirkungsvolle Politik der Armutsbekämpfung.
4. Unterstützung internationaler Abkommen
Internationale Abkommen zum Schutz des Kindes können Kinderarbeit nicht abschaffen. Sie sind aber unverzichtbar, da sie international anerkannte Standards festschreiben und Regierungen zu deren Einhaltung verpflichten. Allerdings bleiben solche Abkommen ohne das Engagement von Nichtregierungs- organisationen oft verhältnismäßig wirkungslos. Hinzukommt, dass die Konventionen in den meisten Fällen nur für die Staaten bindend sind, die sie unterzeichnet haben. Auch darf nicht vergessen werden, dass sich Verfassung und Instrumente der ILO auf den formellen Sektor beschränken. Da Kinderarbeit aber vor allem im informellen Sektor vorkommt, müssen Wege gefunden werden, damit auch in diesem kaum zu regelnden Bereich wenigstens die grundlegendsten Arbeitsnormen eingehalten werden.