x
Zu den Inhalten springen

Servicenavigation

Brot für die Welt

Hauptnavigation

|| Home > Weltweit aktiv > Kinder und Jugendliche > Kinderarbeit in Indien
Kinder & Jugendliche

Kinderarbeit in Indien

Viele Kinder in Indien gehen nicht zur Schule, weil sie helfen müssen, das Überleben der Familie zu sichern. Foto: Jörg Böthling

Nach offiziellen Statistiken arbeiten in Indien 12,5 von 252 Millionen Kindern zwischen fünf und 14 Jahren. Damit ist Indien das Land mit der größten Zahl an Kinderarbeitern weltweit. Viele Experten halten diese Zahl sogar noch für viel zu niedrig. Denn mehr als 65 Millionen indische Kinder zwischen sechs und 14 Jahren gehen nicht zur Schule. Wie selbst die indische Regierung einräumt, ist zu vermuten, dass ein großer Teil dieser Kinder arbeitet.

An Gesetzen zum Verbot von Kinderarbeit mangelt es in Indien nicht: Schon die indische Verfassung aus dem Jahr 1950 verbietet Menschenhandel und Zwangsarbeit, untersagt die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in Minen und Fabriken und sieht eine unendgeldliche und obligatorische Schulbildung für alle Kinder vor. Seit den 1970er Jahren wurde dann eine Reihe weiterer Gesetze zum Schutz von Kindern erlassen. So verbietet das "Bonded Labour System (Abolition) Act" von 1976 die Schuldknechtschaft und garantiert allen aus Schuldknechtschaft befreiten Kindern eine Entschädigung. Und das "Child Labour (Prohibition and Regulation) Act" aus dem Jahre 1986 listet mehr als ein Dutzend besonders schädliche Arbeiten auf, die Kinder unter 14 Jahren unter keinen Umständen ausüben dürfen. Seit 1996 müssen Arbeitgeber zudem für jeden bei ihnen gefundenen illegalen Kinderarbeiter 20.000 Rupien (rund 400 Euro) in einen Fonds zahlen, aus dem die Schulbildung des Kindes finanziert wird.

So eindeutig die Gesetzeslage auch ist: Mit der Umsetzung hapert es gewaltig. Im Vergleich zu der hohen Zahl an Kinderarbeitern ist die Zahl der verurteilten Arbeitgeber verschwindend gering. Hauptursache dafür ist die insbesondere auf dem Land weit verbreitete Korruption. Sie erlaubt es den Nutznießern der Kinderarbeit, sich bei den Kontrollbehörden freizukaufen. Daneben spielt aber auch ein nach wie vor bei weiten Teilen der Bevölkerung fehlendes Problembewusstsein eine entscheidende Rolle: Noch immer ist in Indien die Überzeugung verbreitet, dass Kinderarbeit in armen Familien normal ist.

© 2012 Brot für die Welt
RSS-Feeds Newsletter Sitemap Bookmarks
Kontakt | Impressum | Datenschutz