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In den Studienbegleitprogrammen, kurz STUBEN, finden Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika Möglichkeiten zum entwicklungspolitischen Austausch und Engagement. In ganz Deutschland gibt es elf regionale STUBEN, deren Arbeit im Rahmen des Teams Stipendien unter dem Dach von "Brot für die Welt" koordiniert und maßgeblich mitfinanziert wird. Die Koordination erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle des Evangelischen Studierendengemeinden (Bundes-ESG).
In Deutschland studieren mehr als 170.000 junge Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie sind eine wichtige Gruppe von künftigen Fachkräften in ihren Heimatländern und können nach ihrer Rückkehr bei Entwicklungsprozessen eine wichtige Rolle spielen. Das Studienbegleitprogramm (STUBE) bietet diesen Studierenden einen Raum zum erfahrungs- und entwicklungsbezogenen Informationsaustausch. Es setzt schon zu Beginn des Studiums an und ist studienbegleitend ein Forum sowohl für Fragen nachhaltiger Bildung und Entwicklung als auch der persönlichen Zukunftsplanung.
85 Prozent der ausländischen Studierenden finanzieren sich ihr Studium selbst. Sie sind sogenannte "freemover": Sie erhalten kein Stipendium und damit gibt es für sie keine spezifischen Betreuungsangebote wie für die Stipendiaten und Stipendiatinnen. Um sich in der deutschen Hochschul- und Alltagskultur zurechtzufinden, sich sozial zu integrieren sowie ihr Studium entwicklungspolitisch auszurichten, sind Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika auf spezifische Orientierungsprogramme angewiesen.
Focus auf Themen aus der Entwicklungszusammenarbeit
Ein großer Teil der ausländischen Studierenden ist entwicklungspolitisch interessiert, findet aber im Raum der Hochschule und auch außerhalb meist wenig Gelegenheit eines entsprechenden Austausches und Engagements. Zwar befinden sich die deutschen Hochschulen in einem Internationalisierungsprozess, aber seit der Verabschiedung der Bologna-Erklärung werden entwicklungsländerrelevante Themen in Forschung und Lehre nur noch in speziellen Lehrmodulen angeboten. Die Studienangebote sind insgesamt viel mehr an den Bedürfnissen der Industrienationen als an denen der afrikanischen, asiatischen oder lateinamerikanischen Ländern orientiert.
Hier setzen die elf regionalen STUBEN an: Sie bieten ausländischen Studierenden die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Themen, welche die Grundsätze einer nachhaltigen Entwicklung und das Erreichen der Millenniumsziele in den Mittelpunkt stellen. Ausgehend von einem Modellkonzept des Diakonischen Werkes der EKD und des World University Service Ende der 1970er-Jahre bieten die STUBEN in Zusammenarbeit mit den Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) und den Katholischen Hochschulgemeinden (KHG) ein bundesweites Angebot von entwicklungspolitischen Seminaren, Akademien und berufsvorbereitenden und studienbegleitenden Praktika an. In bestimmten Fällen besteht über die STUBEN auch die Möglichkeit für ein Praktikum bei einer Partnerorganisation von "Brot für die Welt".
Seit 1. Januar 2010 läuft bis Ende 2012 – in Kooperation mit acht regionalen STUBEN – das durch die Europäische Union (EU) kofinanzierte Projekt „Entwicklungspolitisches Bildungs- und Multiplikatorenprogramm für ausländische Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika“. In diesem Projekt wird schwerpunktmäßig Bildungsarbeit im Bereich der Millennium Development Goals und der nachhaltigen Entwicklung angeboten. Zudem werden ausländische Studierende systematisch zu Multiplikatoren und Multiplikatorinnen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit ausgebildet.
Nachhaltige Entwicklung im Blick
STUBE trägt entscheidend zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Bildung für nachhaltige Entwicklung bei, indem es die Seminarteilnehmenden zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausbildet, die so in die Lage versetzt werden, in ihren Heimatländern ein Bewusstsein für die Nachhaltigkeitsproblematik zu schaffen und die Ergebnisse der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit fruchtbar zu machen.
Darüber hinaus leistet STUBE mit der Teilnahme deutscher und europäischer Studierender an den Seminaren auch in der Bundesrepublik einen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Bildung für nachhaltige Entwicklung: Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tragen sie zur Schärfung des öffentlichen Bewusstseins für Nachhaltigkeit bei und verschaffen dem Zusammenhang zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit einen prominenten Platz auf der politischen Agenda.
Eine Liste mit Kontaktdaten der regional arbeitenden STUBEN finden Sie unter www.stube-info.de, nähere Informationen zur nationalen Koordination durch Brot für die Welt erhalten Sie unter stipendien@brot-fuer-die-welt.de.