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In Papua-Neuguinea lernen junge Frauen und Männer in zehnmonatigen Kursen alles, was sie über Landwirtschaft und Viehzucht wissen müssen. Ihre Kenntnisse wenden sie anschließend nicht nur auf dem eigenen Land an, sondern geben sie auch an ihre Nachbarn weiter.
Seit vor einigen Jahren in Rabisap der Unterricht in der von den Dorfbewohnern selbst gebauten Landwirtschaftsschule begann, hat sich viel verändert. Wald wird kaum noch gerodet, um Platz für Äcker zu schaffen: Wer sorgsam mit dem Boden umgeht, laugt ihn nicht aus. "Wanderfeldbau hat bei wachsender Bevölkerung keine Zukunft mehr. In Rabisap haben die Menschen das erkannt", sagt Lehrerin Cathrine Bauri.
Evangelische Kirche fördert nachhaltige Entwicklung
Seit drei Jahrzehnten engagiert sich die Evangelisch-Lutherische Kirche Papua-Neuguineas für eine nachhaltige Entwicklung des Landes. "Brot für die Welt" unterstützt das Programm – mit Schulen wie in Rabisap. In einem zehn Monate langen Kurs lernen junge Frauen und Männer hier alles, was sie über Landwirtschaft und Viehzucht wissen müssen. Als "Promotoren" wenden sie ihr Wissen anschließend nicht nur auf dem eigenen Land an, sondern geben es auch an die Nachbarn weiter.
Neben Kursen zum Gemüseanbau und Bodenmanagement stehen Nutztiere im Zentrum des Unterrichts. So lernen die Absolventen der Landwirtschaftsschule auch, wie man Fische züchtet. Fische der Gattung Tilapia sowie Karpfen leben inzwischen in mehreren Dutzend Becken. "Am Anfang waren viele Leute skeptisch. Inzwischen fragt mich fast jeden Tag jemand, was man beim Anlegen eines Fischteichs beachten muss", erzählt der Promotor Zofikec Mineyupe. Gerade wegen der besonderen geographischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in Papua Neuguinea ist es besonders erfreulich, dass es Projekte wie in Rabisap gibt, die erfolgreich sind.
Ein wenig Geld für Öl, Salz und Seife
Die Dorfbewohner ernten inzwischen soviel Kohl und Gemüse, dass sie jede Woche etliche Säcke davon in der Stadt verkaufen können. "Wir kommen hier zwar mit wenig Geld aus, weil wir essen, was wir selbst anbauen. Ein bisschen Geld aber müssen wir erwirtschaften, um Öl, Salz, Seife und Kerzen zu kaufen – und vielleicht auch mal ein neues T-Shirt für die Kinder", sagt Bäuerin Hetingnec Tomaenuc. "Ich gehe inzwischen einmal im Monat auf den Markt und verkaufe 30 Kohlköpfe", sagt die Mutter stolz.
"Jedes Jahr werden mehr Kinder geboren", sagt Simion Turang, Rektor der Grundschule von Rabisap. "Trotzdem haben wir nicht die Probleme wie Verarmung, Landflucht und Kriminalität, mit denen ganz Papua-Neuguinea kämpft." In Rabisap überwiegen die Gründe zu bleiben: "Die Bauern haben gelernt, ihre Möglichkeiten besser zu nutzen." Und davon profitiert das ganze Dorf.