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Das Herzstück der Genossenschaft Josina Machel ist eine kleine Maniokfabrik. Hier wird Maniokmehl hergestellt. Gewöhnlich müssen die Frauen Maniok in mühevoller Handarbeit zu Mehl verarbeiten, doch dank der Hilfe von ORAM ist der Arbeitsalltag nicht mehr gar so beschwerlich.
"Unser Land wird demnächst vermessen", freut sich Amélia Francisco, Mitglied der Genossenschaft Josina Machel, in der zwölf Frauen und sechs Männer ein gemeinsames Feld bewirtschaften. Erst mit der Vermessung können die Rechte der Genossenschaft gesichert und das Land im Grundbuch eingetragen werden.
Kein privates Land in Mosambik
Land ist in Mosambik grundsätzlich Staatseigentum. Die Behörden überlassen es den Bauern zur Bewirtschaftung. Sie können aber jederzeit vertrieben werden, etwa, wenn ausländische Investoren das Land pachten wollen. Ein Gesetz von 1997 erlaubt es Genossenschaften und Dorfgemeinschaften zwar, einen Landtitel zu erwerben. Doch die Kosten und die Anforderungen sind für die Bauern oft nicht allein zu schultern.
Die Organisation ORAM unterstützt Bauerngenossenschaften bei Registrierung und Erwerb von Landtiteln. Der ländliche Verband ist aus der Entwicklungsabteilung des mosambikanischen Christenrats hervorgegangen. "Brot für die Welt" fördert das Provinzbüro Zona Sul, das 164.000 Bauernfamilien betreut. ORAM berät die Bauern auch, wie sie höhere Erträge erzielen und ihre Überschüsse vermarkten können und vertritt sie gegenüber Behörden.
Eine Maniokmühle mit Dieselmotor erleichtert die Arbeit
Der ganze Stolz der Genossenschaft ist die Maniokmühle mit Dieselmotor, die sie zusammen mit einer Presse gekauft haben, um Wasser aus dem Mahlgut zu entfernen. Die Maniokwurzeln werden zunächst geschält und gewaschen und danach gemahlen. Dabei entsteht ein feinkörniges Mehl, das anschließend geröstet wird. Der mechanisierte Verarbeitungsprozess trägt seinen Teil dazu bei, dass ein schmackhaftes, gleichmäßig helles Mehl entsteht.
Doch die Vermarktung ist beschwerlich. Kiloweise verpacken die Bäuerinnen das Mehl und tragen es auf dem Kopf in übervollen Körben bis zur drei Kilometer entfernten Hauptstraße. Dort verkehren Kleinbusse, mit denen die Bäuerinnen das Mehl nach Inharrime, der zehn Kilometer entfernten Stadt, bringen. Gemeinsam mit ORAM überlegen die Genossenschaftsmitglieder, wie sie die Vermarktung effektiver organisieren können. Mit einer Kundin aus Maputo verhandeln sie bereits über die regelmäßige Abnahme größerer Mengen.