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Die indianischen Bauernfamilien vom Volk der Mixe haben trotz Kaffeekrise und Globalisierung einen zukunftsweisenden Weg gefunden: Sie setzen auf ökologischen Landbau und bauen neue Obst- und Gemüsesorten an. So schonen sie die Umwelt und erzielen höhere Erträge.
Jahrzehntelang hatte das bergige Siedlungsgebiet der Mixe im Nordwesten von Oaxaca eine stabile Wirtschaft. Unten im Tal, in der heißen Zone, wurde Mais auf großen Feldern angebaut, in den mittleren Höhen mit gemäßigtem Klima wuchs Kaffee. Und weil sich beides gut verkaufte, gab es immer Handwerks-Aufträge für die Männer aus den Dörfern oben in der kühlen Region, wo die Felder steil sind und klein und nicht mehr hergeben, als eine Familie braucht.
Viele wandern in die Städte ab
Dann kam in den neunziger Jahren die weltweite Kaffeekrise. Die Preise stürzten in den Keller. Gleichzeitig kam mit dem Freihandelsvertrag zwischen Mexiko, Kanada und den USA billiger Mais aus dem Norden ins Land. Seither gibt es in den Dörfern der heißen und gemäßigten Höhenstufen kein Geld mehr und auch keine Arbeit für die Männer aus dem hochgelegenen Chichicaxtepec. "Viele ziehen weg in die Städte" sagt Sánchez. "Oder sie gehen gleich illegal in die USA."
"Die Mixe sind ein stolzes Volk", sagt Sofía Robles von der Mixe-Organisation SERMIXE (Servicios del Pueblo Mixe). "Sie wurden nie von den Spaniern besiegt. Sie wollen weiter in ihrer Heimat leben, mit ihrer Sprache und ihrer Kultur." SERMIXE unterstützt sie dabei. Das wirtschaftliche Gleichgewicht im Mixe-Land soll wieder hergestellt werden - nach Möglichkeit auf höherem Niveau: Die Bauern von Chichicaxtepec stellen auf organische Landwirtschaft um. Das spart Kosten für chemischen Dünger und bringt gesündere Ernten. Außerdem pflanzen sie Obst- und Gemüsesorten an, die sie bislang nicht kannten. Zu den traditionellen Produkten Mais und Bohnen sind Pfirsiche, Äpfel, Birnen und Avocados, Kürbisse und Tomaten gekommen.
Frauen sind erfolgreicher
"Wir haben mit zwei Versuchsfeldern angefangen", erzählt Sánchez. "Eines für die Frauen und eines für die Männer unserer Produktionsgruppe. Und man muss es einfach zugeben: Die Frauen sind erfolgreicher." Bauern aus einem Nachbardorf haben ihnen beigebracht, wie man eine Miete anlegt zum Kompostieren, haben ihnen gezeigt, wie die neuen Pflanzen aufgezogen werden. Sieben Gemeinden im Territorium der Mixe hat SERMIXE auf diese Weise miteinander vernetzt. Wer etwas Neues gelernt hat, bringt es den anderen bei: Bauern lernen von Bauern. So lässt sich mit wenig Geld viel erreichen.