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Ecuador

Der Regenbogenmann hat große Pläne

Shuyun setzt auf verschiedene Anbauprodukte und Viehhaltung. Foto: Thomas Lohnes

Quito ist die Hauptstadt Ecuadors und liegt auf 2.800 Metern Höhe. Foto: Thomas Lohnes

Viele Kinder armer Menschen vom Land müssen zum Familieneinkommen beitragen. Foto: Thomas Lohnes

Seit dem Jahr 2000 ist der US-Dollar offizielle Währung. Foto: Thomas Lohnes

Ökologische Landwirtschaft eröffnet für das Volk der Tsáchilas Perspektiven. Foto: Thomas Lohnes

3.500 Menschen vom Volk der Tsáchilas erhalten Beratung von Vertiente de Vida. Foto: Thomas Lohnes

Familie Castro wurde beraten und stellte ihre Finca auf modernen Bio-Anbau um. Foto: Thomas Lohnes

Ein großes Problem sind Zwischenhändler. VdV strebt eine eigene Vermarktung an. Foto: Thomas Lohnes

Shuyuns Tochter wird die Früchte der Arbeit von VdV eines Tages ernten können. Foto: Thomas Lohnes

Einst lebten die Tsáchilas in Ecuador als Jäger und Sammler. Heute bedroht die Zerstörung der Jagdgründe ihr Überleben. Eine ökumenische Stiftung bringt mit nachhaltiger Landwirtschaft neue Perspektiven.

Traditionell tragen die insgesamt 3.500 Tsáchilas bunt gewebte Röcke und Bänder. Bei der Feldarbeit sind zwar Jeans und T-Shirts üblich, doch an den Frisuren der Männer erkennt man ihre Zugehörigkeit zu der Volksgruppe. Der nach vorne gekämmte Haarschopf ist mit dem Mark der Achiotekapseln gefärbt und leuchtet in einem kräftigen Rot. In Ecuador heißen die Tsáchilas deshalb auch "Colorados" – die Roten.

Die Jagdtiere sterben aus
"Früher war Landwirtschaft nur Nebensache", erzählt Shuyun ("Regenbogenmann") aus der Gemeinde El Poste. "Alles, was wir brauchten, gab uns der Wald. Aber die Tiere, die wir früher jagten, wie das Nabelschwein, sterben aus, weil die Wälder für den Export abgeholzt werden", klagt er. "Dadurch trocknen die Flüsse aus, so dass auch der Fisch knapp wird."

Multiplikatoren geben ihr Wissen weiter
Die einzige Chance ist die Landwirtschaft. Die ökumenische Stiftung Vertiente de Vida ("Quell des Lebens") hilft der Volksgruppe, die rund um die Stadt Santo Domingo lebt. Der "Brot für die Welt"-Partner zeigt ausgewählten Gemeindemitgliedern, wie man seine Eigenversorgung sicherstellt – etwa wie man erfolgreich Hausgärten anlegt und dort neue Gemüsesorten pflanzt. Shuyun ist einer der Multiplikatoren, die ihr Wissen dann an die anderen Gemeindemitglieder weitergeben. Er wolle ganz verschiedene Produkte anbauen, sagt Shuyun: "Neben Bananen, Maniok und Mais auch verstärkt Kakao und vor allem viele Gemüsesorten." Schweine- und Hühnerhaltung plant er auch. Und im neuen Süßwasserteich sollen Tilapia-Larven ausgesetzt werden.

Nachhaltige Anbaumethoden sorgen für höheren Ertrag
Die landwirtschaftliche Beraterin Beatriz Manzanillas von Vertiente de Vida erklärt: "Das gesamte Gemeindeland von El Poste umfasst 1.284 Hektar – auf dem Papier. Es gibt immer wieder gesetzwidrige Landnahmen, und so haben die 78 Tsáchila-Familien in El Poste in Wirklichkeit nur noch 995 Hektar zur Verfügung." Sie machen das Beste daraus und wenden die nachhaltigen Anbaumethoden an, die sie in Lehrgängen und bei anderen Bauern gelernt haben und erzielen so höhere Erträge.

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