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In den Bergen im Südosten Mindanaos leben die Dibabawon. Da der Weg zu den staatlichen Schulen weit und beschwerlich ist, bleiben viele ihrer Kinder dem Unterricht fern. Nicht so in den Dörfern Okapan und Kimataan: Hier betreibt die Organisation SILDAP Schulen, in denen die Nachfahren der Ureinwohner nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch die eigene Kultur zu achten lernen.
"Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen ist wichtig. Aber das ist trotzdem nur ein Teil des Lehrplans", erklärt Lehrerin Bernadette Laurente. Links vor ihr sitzen zwanzig Erstklässler auf den Holzbänken des Klassenzimmers, rechts noch einmal so viele Schüler der zweiten Klasse. Thema heute: Pflanzen, die man essen kann. Der siebenjährige Arman Mariano hat einen Korb "kamote" mitgebracht, Süßkartoffeln mit rötlicher Haut, seine Nachbarin ein wenig "buya", Pfefferblatt, und "tubo", Zuckerrohr. Die Erstklässler zeichnen die Lebensmittel ab und üben mit krakeliger Schrift ein paar Mal den Anfangsbuchstaben, die Zweitklässler müssen das ganze Wort schreiben.
Praktisches Wissen wird vermittelt
Anschließend zeigt eine alte Frau den Kindern, wie traditionelle Heilpflanzen aussehen und wie sie wirken, und sie erklärt ihnen, was man tun muss, damit der Mais gedeiht und die Bananenstaude Früchte trägt. "Wir behandeln in unserer Schule alle Aspekte der Kultur des Dibabawon-Volkes, von den Legenden bis zu den traditionell überlieferten Gesetzen, von der Kunst des Webens mit Bananenfasern bis zum Erntedanktanz", sagt Bernadette Laurente. "Wir müssen den Schülern vermitteln, wie wertvoll ihre Kultur ist – und dass dieses Wissen nicht verloren gehen darf." Für die Kinder aus den beiden Dörfern Okapan und Kimataan ist der regelmäßige Schulbesuch ein Privileg, um das sie viele andere Ureinwohner-Kinder auf den Philippinen beneiden.
Dorfbewohner werden zu mündigen Bürger
Die von SILDAP in den letzten zwanzig Jahren in einigen Dörfern der philippinischen Insel Mindanao aufgebauten Schulen leisten weit mehr als Alphabetisierungsarbeit: Dorfbewohner werden hier zu mündigen Bürgern. Die Dibabawon sind inzwischen wieder stolz auf ihre einzigartige Kultur. So hat sich nicht ganz zufällig auch ihre wirtschaftliche Situation verbessert.