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Tansania

Jonisias aufrechter Gang

Jonisia Kyando leidet an Kinderlähmung. Foto: Christof Krackhardt

Tansania hat 38 Millionen Einwohner und ist etwa dreimal so groß wie Deutschland. Foto: Christof Krackhardt

Das Diakonie-Zentrum liegt im unterentwickelten Süden des Landes. Foto: Christof Krackhardt

"Brot für die Welt" unterstützt das Behinderten-Zentrum in Tandala seit 1999. Foto: Christof Krackhardt

Ronester Mgaya kam schwerbehindert zur Welt. Heute bildet sie Schneiderinnen aus. Foto: Christof Krackhardt

Seit den Schneider-Kursen in Tandala näht Maria Msigwa zu Hause Kleider. Foto: Christof Krackhardt

Aufgrund ihrer Behinderung durfte Agnes Sanga nicht zur Schule. Foto: Christof Krackhardt

Nickolaus Mbwillo unterhält eine kleine Werkstatt mit drei Behinderten. Foto: Christof Krackhardt

Im Diakonie-Zentrum lernte der behinderte Augustino Mahenge Batiken. Foto: Christof Krackhardt

Jonisia Kyando flechtet Körbe, die bei "Brot für die Welt" bestellt werden können. Foto: Christof Krackhardt

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Vierwöchiger Flechtkurs für eine Person
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Eine Behinderung wird in Afrika häufig als Strafe Gottes betrachtet. Manche Eltern verstecken deshalb ihre behinderten Kinder. Jonisia, die als Zweijährige an Kinderlähmung erkrankte, durfte nicht einmal zur Schule gehen. Sie wuchs ohne Perspektiven auf – bis ihr ein kirchliches Behindertenzentrum eine Ausbildung und damit ein Leben in Würde ermöglichte.

Wäre Jonisia Kyando in Europa geboren worden, hätte ihre Mutter sie als Kleinkind zum Arzt gebracht. Der Arzt hätte eine Flüssigkeit auf einen Zuckerwürfel geträufelt und ihn Jonisia in den Mund gesteckt. Sie hätte nicht erfahren müssen, was es bedeutet, behindert zu sein.

Kinderlähmung, weil es keine Impfung gab
Aber Jonisia kommt vor 33 Jahren im Südwesten Tansanias zur Welt, weit draußen auf dem Land. In Jonisias Dorf dringt Mitte der Siebzigerjahre, kein Arzt vor, um die Kinder zu impfen. Als Jonisia zwei Jahre alt ist, bekommt sie plötzlich hohes Fieber. Ihre Beine gehorchen ihr nicht mehr, sie kann nicht mehr gehen. Als ihre Eltern sie ins Krankenhaus bringen, sind ihre Beine deformiert. Der Arzt sagt den Eltern, dass ihre Tochter Polio habe. Jonisias Beine werden in Gips gelegt, insgesamt sechs lange Monate.

Jonisia wird zum ersten Mal ernst genommen
Als Jonisia elf Jahre alt ist, kommt sie wieder ins Krankenhaus. Nach einer Operation lernt sie, an Krücken zu gehen. Doch sie wächst ohne Bildung und ohne Beschäftigung auf. Erst als sie 19 Jahre alt ist, bekommt sie eine Perspektive: Eine diakonische Mitarbeiterin vom Behinderten-Zentrum in Tandala hat von ihr gehört und besucht sie. Gemeinsam überlegen die beiden Frauen, wie Jonisia ihr Leben in die Hand nehmen könnte.

Abends lernt sie Lesen und Schreiben
Jonisia bekommt einen Platz in einem Töpferkurs. Zum ersten Mal wird sie ernst und wichtig genommen. Der Kurs tut Jonisia gut. Sie lernt neue Menschen kennen, sie fühlt sich anerkannt. Später lernt sie Graskörbe zu flechten, abends geht sie zur Schule und lernt Lesen und Schreiben. Im Behinderten-Zentrum verkauft Jonisia ihre Graskörbchen. Auch "Brot für die Welt" bietet diese zum Verkauf an: Damit Jonisia und ihre Kollegen aufrecht durchs Leben gehen können.

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